Demonstration gegen Spähprogramm Prism (Quelle: dpa

#StopWatchingUs Demo am Samstag - 1.500 Berliner protestieren gegen Überwachung

Für Aufklärung in der NSA-Affäre, ein freies Internet und gegen digitale Überwachung sind am Samstag bundesweit  Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Aufgerufen hatte das lose Bündnis #StopWatchingUs. Allein in Berlin zogen rund 1.500 Teilnehmer von Kreuzberg ans Brandenburger Tor.
Bundesweit haben am Samstag hunderte Menschen für den Schutz der Privatsphäre demonstriert - auch in Berlin. Das Bündnis "#StopWatchingUs" hat zu dem Demo-Zug von Kreuzberg zum Brandenburger Tor aufgerufen. "Wir alle haben ein Recht auf Privatsphäre und vertrauliche Kommunikation, ob beruflich oder privat", hieß es in einem Aufruf. Auch die Berliner Grünen und Piraten beteiligten sich an den Protesten.

Auftakt war um 14.00 Uhr auf dem Heinrichplatz Nahe dem Kottbusser Tor in Kreuzberg. Die Demonstration führt über die Oranienstraße zum Brandenburger Tor. Einige hundert Teilnehmer waren angekündigt, zuletzt waren es trotz sengender Hitze 1.500 Menschen, dieein Ende der Internet-Überwachung und Schutz für Informanten forderten. Terrorismusbekämpfung sei nur ein Vorwand, um Freiheitsrechte einzuschränken, hieß es.
Demonstranten fordern Asyl für Edward Snowden (04.07.13) (Quelle: dpa)
Aufruf im Internet: "Solidarität mit Edward Snowden"

Demos in anderen Städten fielen teilweise aus

Den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden zufolge ermöglicht ein Programm mit dem Namen "Prism" dem US-Geheimdienst weitreichenden Zugriff auf Kommunikationsdaten. Details und Umfang sind nach wie vor unklar. In Aufrufen im Internet zu der Demonstration in Berlin hieß es, "wir demonstrieren gemeinsam gegen PRISM, TEMPORA, INDECT und das Utah Data Center! Solidarität mit Edward Snowden, Bradley Manning und anderen Whistleblowern!" Demnach steht hinter dem Bündnis keine feste Organisation, "sondern einfach Menschen, die es nicht länger hinnehmen, dass ihre Grundrechte mit Füßen getreten werden".

Neben Berlin waren in mehr als 30 Städten Proteste gegen die Geheimdienstüberwachung gerplant. Wie in der Hauptstadt war das Interesse jedoch eher gering - die Menschen zog es aufgrund der heißen Temperaturen wohl eher zum Badesee als auf die Straße. In Frankfurt am Main, wo die Veranstalter mit 5000 Teilnehmern gerechnet hatten, beteiligten sich laut Polizei nur rund 1000 Menschen. Wie in Berlin waren es in München und Karlsruhe jeweils 500 Menschen, in Hamburg rund 700. In anderen Städten war das Interesse noch geringer, zum Teil fielen angekündigte Demos ganz aus.