
Kaum Anträge in Berlin und Brandenburg - Wenig Interesse am Betreuungsgeld
31 Anträge in Berlin, ganze zwei formlose Nachfragen in Brandenburg: Das hochumstrittene Betreuungsgeld geht im August an den Start - und Eltern in der Region zeigen bisher kaum Interesse. Die Gegner der sogenannten "Herdprämie" sehen sich bestätigt.
In Berlin und Brandenburg gibt es bislang offenbar nur geringes Interesse am Betreuungsgeld. Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung verzeichnete nach eigenen Angaben bislang 31 Anträge. Die Sprecherin der Bildungsverwaltung erklärte die geringe Zahl der Anträge damit, dass für diese Kinder zumeist noch Elterngeld gezahlt werde, weil viele Mütter und Väter die Leistung 14 Monate bezögen. Die Anträge jetzt kämen vermutlich von Eltern, die nur zwölf Monate Elterngeld bezögen, weil vielleicht die Väter keinen Erziehungsurlaub nähmen. "Vom 1. Oktober an rechnen wir mit einer deutlich höheren Zahl von Anträgen", sagte Sprecher Ilja Koschembar. Insgesamt erwarte Berlin maximal 24.000 Anträge.
Auch die Brandenburger halten sich bisher zurück. In Potsdam seien erst zwei formlose Nachfragen eingegangen, sagte der Sprecher der Landeshauptstadt am Montag. 20 Elternteile hätten sich unverbindlich informiert. Auskünfte gebe es zunächst nur auf direkte Nachfrage.
Ein Sprecher des Arbeitsministeriums verwies auf die hohe Betreuungsquote von Kindern in Brandenburg. "Beim Betreuungsgeld klingeln die Eltern jetzt nicht Sturm bei uns." Eine Tendenz bei den Anträgen lasse sich daraus aber nicht ableiten. Mit verlässlichen Antragszahlen für das Land Brandenburg sei Ende August zu rechnen.
Ein Sprecher des Arbeitsministeriums verwies auf die hohe Betreuungsquote von Kindern in Brandenburg. "Beim Betreuungsgeld klingeln die Eltern jetzt nicht Sturm bei uns." Eine Tendenz bei den Anträgen lasse sich daraus aber nicht ableiten. Mit verlässlichen Antragszahlen für das Land Brandenburg sei Ende August zu rechnen.
Neben dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder geht am Donnerstag das hochumstrittene Betreuungsgeld an den Start. Eltern, die ihre Kleinkinder nicht in die Kita schicken, sondern zu Hause erziehen, können monatlich zunächst 100 Euro, später 150 Euro erhalten. Das Betreuungsgeld kann für Kinder beantragt werden, die ab dem 1. August 2012 geboren sind - es gilt also zunächst für einjährige Kinder.

Wird das Betreuungsgeld zum "Ladenhüter"?
Berlin und Brandenburg sind keine Ausnahmen beim Interesse am Betreuungsgeld: Nach einer dpa-Umfrage in einigen großen Städten gibt es bisher 40 Interessenten in Bremen, 15 Antragsteller in Düsseldorf. In Mainz habe noch niemand die neue Zulage eingefordert. Selbst im CSU-regierten Bayern haben Eltern insgesamt erst rund 500 Anträge eingereicht, wie ein Sprecher der auszahlenden Behörde sagte. Die meisten Städte gehen aber davon aus, dass die Nachfrage noch steigt.
Befeuert durch die bislang eher geringe Nachfrage spricht die Opposition von einem "Ladenhüter" und dem "falschen Weg" in der Familienpolitik. Die Union verteidigte hingegen die Leistung für Eltern erneut.
Bereits vor der Verabschiedung im vergangenen Jahr gab es große Kritik - auch aus der Berliner Landespolitik. Berlins Familiensenatorin Sandra Scheeres sprach im November von einem "Irrweg", der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky bezeichnete das Projekt als größten anzunehmenden Unfall für die Integrationspolitik.
Eine Prognose zum Interesse am Betreuungsgeld wollte das Bundesfamilienministerium nicht abgeben. Für die Einführung zum 1. August seien alle Vorbereitungen getroffen und alle Informationen bereitgestellt, sagte ein Sprecher. Im Gesetz sei eine spätere Bewertung vorgesehen.
Befeuert durch die bislang eher geringe Nachfrage spricht die Opposition von einem "Ladenhüter" und dem "falschen Weg" in der Familienpolitik. Die Union verteidigte hingegen die Leistung für Eltern erneut.
Bereits vor der Verabschiedung im vergangenen Jahr gab es große Kritik - auch aus der Berliner Landespolitik. Berlins Familiensenatorin Sandra Scheeres sprach im November von einem "Irrweg", der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky bezeichnete das Projekt als größten anzunehmenden Unfall für die Integrationspolitik.
Eine Prognose zum Interesse am Betreuungsgeld wollte das Bundesfamilienministerium nicht abgeben. Für die Einführung zum 1. August seien alle Vorbereitungen getroffen und alle Informationen bereitgestellt, sagte ein Sprecher. Im Gesetz sei eine spätere Bewertung vorgesehen.
