Tafel im Klassenzimmer einer Schule (Quelle: imago)

Streit um neue Lehrer - GEW kritisiert Brandenburger Schulpolitik

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) tut Brandenburg zu wenig, um junge Lehrer an die Schulen zu bringen. Die 550 Lehrer, die zum neuen Schuljahr eingestellt werden, seien zu wenig, um den notwendigen Generationswechsel zu meistern, sagte GEW-Landeschef Günther Fuchs am Mittwoch.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat die Zahl der in Brandenburg neu eingestellten Lehrer als zu niedrig kritisiert. Bildungsministerin Münch (SPD) hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass zum neuen Schuljahr rund 550 Lehrkräfte eingestellt würden.

Der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs sagte dem rbb, um den Generationswechsel einleiten zu können, bräuchte Brandenburg aber 1.000 bis 1.200 neue Lehrer in diesem Schuljahr.

Wenn weniger eingestellt würden, verschlimmere sich die Situation an den Schulen, so Fuchs. In diesem Jahr gebe es mehr Schüler, wegen der Pensionierungen insgesamt aber weniger Lehrkräfte als im Vorjahr.

Brandenburgs Bildungsministerin Münch (SPD) hatte zuvor mitgeteilt, dass das Land zum neuen Schuljahr so viele neue Lehrkräfte wie nie zuvor einstelle.

Im Durchschnitt seien die Pädagogen 35 Jahre alt. Das bringe "frischen Wind" an die Schulen, sagte Münch.

Bildungsministerin Münch hofft auf frischen Wind

Die Ministerin sprach von einem stabilen Schulnetz im Land, auch wenn das Thema Unterrichtsausfall eine Herausforderung bleibe. Zudem sei wegen der demografischen Entwicklung mittelfristig ein deutlicher Rückgang der Schülerzahlen zu erwarten. Deshalb müssten schon jetzt Strategien entwickelt werden, um die Schulversorgung im ländlichen Raum sicherzustellen.

Dagegen kritisierte die GEW, Brandenburg gebe im Vergleich zu anderen Bundesländern zu wenig Geld für Bildung aus. Das Land sei Schlusslicht in der Bildungsfinanzierung.
Die Sommerferien gehen Ende der Woche zu Ende; Schulanfang ist der kommende Montag (5. August).