Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charite - Universitätsmedizin Berlin (Bild: dpa)

Aufsichtsrat bestätigt Karl Max Einhäupl - Berliner Charité behält ihren Chef

Europas größte Universitätsklinik, die Berliner Charité, wird auch in den nächsten fünf Jahren vom bisherigen Vorstandschef geleitet: Karl Max Einhäupl (66). Der Aufsichtsrat verlängerte am Montag den Vertrag. Einhäupl verlangt vom Senat zusätzliche 600 Millionen Euro für Investitionen.

Der Aufsichtsrat des Berliner Universitätsklinikums Charité hat in einer Sondersitzung am Montag den Vertrag des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Professor Karl Max Einhäupl erwartungsgemäß um fünf Jahre verlängert. Einzelheiten wurden noch nicht bekannt. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass man Einhäupl einen Ausstieg nach drei Jahren bei vollen oder hohen Bezügen ermöglichen wolle.

Zuvor waren bereits die Dekanin Annette Grüters-Kieslich und der Direktor des Klinikums, Matthias Scheller, für weitere fünf Jahre verpflichtet worden. Die Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), zeigte sich nach der Sitzung erfreut über die Kontinuität an der Spitze der Charité.

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Großprojekte stehen erst bevor

Der Neurologe Einhäupl leitet die Charité seit dem 1. September 2008. Vor der Vertragsverlängerung hatte er in einem Interview erklärt, dass er für eine zweite Amtszeit nur zur Verfügung stehe, wenn das Klinikum zusätzliche 600 Millionen Euro für Modernisierungen erhalte.

Mit Blick auf die finanzielle Lage des Klinikums erklärte der Professor nun am Montag, die schwierige Phase stehe erst noch bevor: "Große Bauprojekte, die Gestaltung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung, Berufungen exzellenter Köpfe nach Berlin und der Ausbau der Industriekooperationen sind echte Herausforderungen unter den schwierigen Bedingungen der Krankenhausfinanzierung“, heißt es in einer Mitteilung.

Bettenturm in Mitte wird saniert

In dieser Woche startet die Charité den Umzug von 800 Betten aus dem Bettenturm in Mitte in einen neuen Interimsbau auf dem Campus: Der Turm wird bis 2016 saniert.

Zugleich laufen Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über den Einsatz von Schwestern und Pflegern. Die Gewerkschaft verlangt, im Tarifvertrag einen Personalschlüssel aufzunehmen. Beispielsweise solle eine Krankenschwester künftig für zehn Patienten verantwortlich sein - bisher sind es 20. Die Klinikleitung hat dies bisher abgelehnt. Am Wochenende hatten sich Schwestern und Pfleger in einem "Flashmob" zum Protest verabredet.

Charité macht jetzt Gewinn

Der Finanzsenator hatte der Charité einen harten Sparkurs verordnet, nachdem diese hohe Defizite verbuchte. Mehr als  1000 Stellen wurden nicht wieder besetzt. Lag 2008 das Minus bei fast 57 Millionen Euro, 2009 bei  19 Millionen Euro und 2010 noch bei knapp 18 Millionen Euro, erreichte die Klinik 2011 die Gewinnzone:  mehr als 8 Millionen Euro wurden erwirtschaftet.

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