
Verträge unter Dach und Fach - Berliner Hochschulen bekommen mehr Geld
Die Verhandlungen waren sehr zäh, aber nun sind die Verträge fertig. Die elf staatlichen Hochschulen in der Hauptstadt bekommen bis 2017 deutlich höhere Zuschüsse: Rund elf Prozent mehr, ein Teil davon hängt von der Leistung ab. Die Wissenschaftssenatorin spricht von einem Erfolg.
So einen Zuwachs konnte kein anderes Ressort Berlins Finanzsenator Nußbaum abringen: Die Berliner Hochschulen können in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Geld rechnen: Der Senat beschloss am Mittwoch neue Verträge. Damit werden die Zuschüsse für die elf staatlichen Hochschulen bis 2017 jedes Jahr schrittweise erhöht: Bis auf insgesamt 1,18 Milliarden Euro. Das ist dann ein Plus von rund elf Prozent. Ein Teil davon wird allerdings nur bei entsprechender Leistung der Hochschule gezahlt.
Ein Erfolg für die zuständige Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres. Ein Jahr lang hatte sie mit dem Finanzsenator und den Hochschulen um die Verträge gerungen. Die zusätzliche Zahlung sei ein Kraftakt für das Land, räumte die SPD-Politikerin ein. Die Notwendigkeit für den finanziellen Nachschlag begründete sie mit den steigenden Kosten, mit denen die Hochschulen konfrontiert seien. "Wir sind Geberland und bilden für andere Bundesländer mit aus".
6.000 zusätzliche Studienplätze bleiben erhalten
Besonders positiv wertet die SPD-Politikerin, dass es gelungen ist, die 6.000 zusätzlichen Studienplätze zu erhalten. Sie waren eingerichtet worden, um 2012 den doppelten Abitur-Jahrgang und die Abschaffung der Wehrpflicht abzufedern.
Durch ihre Beibehaltung hätten Berliner Abiturienten jetzt mehr Chancen auf einen Studienplatz in der Heimat, betont Scheeres. Das war in den vergangenen Jahren immer mehr zum Problem geworden, denn die Berliner Unis verzeichnenen einen regelrechten Ansturm von Bewerbern mit Bestnoten aus ganz Deutschland.
Zudem sollen Fachhochschulabsolventen vermehrt die Möglichkeit bekommen, an Universitäten zu promovieren. Wissenschaftliche Mitarbeiter bekommen den Plänen zufolge zudem Verträge mit Mindestlaufzeiten von drei Jahren.

Scheeres verweist auf Sanierungsbedarf
Der Sanierungsbedarf bei den Hochschulen sei weiter hoch, betonte Scheeres am Mittwoch. Das sei aber ein bundesweites Problem, das auch einer Lösung auf Bundesebene bedürfe. Bundesweit würden etwa 30 Milliarden Euro benötigt, in Berlin allein eine Milliarde.
Die höchsten Zuschüsse von Land und Bund erhält in den kommenden Jahren die Freie Universität. Hier sind für das Jahr 2017 rund 330 Millionen Euro eingeplant. Die Technische Universität soll etwa 308 Millionen bekommen, die Humboldt-Universität 241 Millionen.
Den neuen Hochschulverträgen muss noch das Berliner Abgeordnetenhaus zustimmen. Im Januar sollen sie dann unterschrieben werden.


