
Hochwasserschutz am Elbe-Nebenfluss - Deichbau in Breese frühestens ab Mitte 2014
Manche Bewohner von Breese waren bei der jüngsten Elbe-Flut verschont geblieben, andere erwischte es umso schlimmer: Das kleine Elb-Nebenflüsschen Stepenitz konnte nicht mehr in die Elbe abfließen und überflutete die Niederung bei Breese. Ein Deich hätte helfen können, sollte auch errichtet werden. Aber es gibt ihn noch immer nicht. 2014 wird gebaut. Eventuell.
Die Menschen in Breese (Prignitz) können erst in etwa einem Jahr mit dem Start für einen Deichbau am Elbe-Nebenflüsschen Stepenitz rechnen. Der Baubeginn für das entsprechende so genannte "Baulos 3" werde für die zweite Hälfte 2014 angestrebt, teilte Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Freitag mit.
Danach seien dann weitere Bauabschnitte geplant. Allerdings sei auch eine weitere zeitliche Verschiebung möglich. Und: Auch die Finanzierung ist noch nicht abschließend gesichert.
Kleines Flüsschen, großes Wasser
Breese liegt in einer Niederung wenige Kilometer vor der Mündung des kleinen Flüsschens Stepenitz in die Elbe. Dort kämpfen die Menschen seit Jahren für einen Deich, denn immer dann, wenn die Elbe Hochwasser führt, kann die Stepenitz nicht abfließen, staut sich zurück und sorgt für kleinere und unter Umständen auch größere Überflutungen. Beim jüngsten Hochwasser der Elbe im Juli stand das Dorf zum Teil unter Wasser, Häuser mussten evakuiert werden.
Der Plan für dieses so genannte "Baulos 3" sieht vor, einen neuen Deichabschnitt zu errichten, der die stark vom Hochwasser betroffenen Häuser schützen soll. Für Ärger und Unmut sorgen aber die seit Jahren anhaltenden Bauverzögerungen für den Deich.
Die technischen Planungen hatten bereits 2006 begonnen. Kompliziert wird das Projekt unter anderem durch eine mit dem Deichbau verbundene geplante Ortsumgehungsstraße Breese, da neben dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz auch der Landesbetrieb für Straßenwesen an der Planung um die Umsetzung beteiligt ist.
Tack kündigt weitere Verzögerungen an
Die Bauarbeiten könnten sich auch weiter verzögern, heißt es aus Tacks Ministerium, wenn weitere Gutachten in den Planfeststellungsverfahren notwendig und Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht werden.
Auch sei die Finanzierung ist noch nicht klar, weil ein Großteil des Geldes vom Bund und der Europäischen Union kommt und der Umfang der Fördermittel in der neuen Förderperiode noch nicht feststeht.



