Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) steht am 22.08.2013 am Rednerpult im Plenarsaal des Landtagsneubaus in Potsdam (Brandenburg) (Quelle: dpa)
BRANDENBURG AKTUELL | 22.08.2013

Landtagsneubau im Stadtschloss fast fertig - Platzeck besichtigt sein neues Domizil als Abgeordneter

Die Büros sind fertig und der Rasen bereits verlegt, der Umzug rückt immer näher. Fünf Monate vor der Eröffnung des neuen Landtags im Potsdamer Stadtschloss besichtigte Matthias Platzeck ein letztes Mal den Neubau. Der amtierende Ministerpräsident wird dann ab Januar 2014 als einfacher Abgeordneter sein Büro beziehen.

Die rund 390 Abgeordnetenbüros sind fertig und werden derzeit möbliert, im Innenhof ist bereits Rasen verlegt: Die Eröffnung des neuen Brandenburger Landtags am 21. Januar 2014 rückt immer näher. Um sich vorab ein Bild zu machen, führte Finanzminister Helmuth Markov (Linke) als Bauherr am Donnerstag ein letztes Mal die künftigen Mieter durch das Gebäude. "Wir sind noch auf einer Baustelle", warnte Architekt Peter Kulka vor. Vieles sei aber schon abgeschlossen.

Beim Rundgang dabei war auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der in das neue Gebäude nach seinem Rücktritt als Regierungschef nur noch als einfacher Abgeordneter einziehen wird.

Schlüsselübergabe im September

Am 2. September wird das Objekt von der Baufirma BAM Deutschland an das Finanzministerium übergeben. Dann läuft der Probebetrieb an, die Landtagsverwaltung erhält die Schlüssel, und die Umzugswagen können anrücken.

Inbetriebnahme und Umzug sollen dann in vier Monaten über die Bühne gebracht werden. Am 21. Januar 2014 wird der Neubau in Potsdam mit einer Festveranstaltung offiziell eingeweiht. Als Redner ist Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) geladen, außerdem werden Vertreter anderer deutscher Landesparlamente dabei sein. Bereits am Wochenende zuvor können sich die Bürger das Gebäude in der Potsdamer Stadtmitte anschauen.

Sollte der Zeitplan eingehalten werden, finden am 22. und 23. Januar 2014 die ersten Plenarsitzungen im neuen Haus statt. Dann beginnt die Alltagsarbeit – unter deutlich besseren Bedingungen als im alten, schäbigen Gebäude auf dem Brauhausberg. Landtagspräsident Gunter Fritsch lobte bereits die verbesserten Arbeitsbedingungen. Vor allem die technische Ausstattung und die Bewegungsmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen seien sehr gut.

Ein Arbeiter verlegt Baumaterial vor dem Neubau des Landtages in Potsdam (Foto vom 1.7.2013, Quelle: dpa)
Hier wird noch gebaut.

Sandsteinwerke sollen für Bauverzögerung zahlen

Ursprünglich sollte das neue Landtagsgebäude mit der historischen Schlossfassade bereits in diesem Herbst fertig sein. Von Seiten des Parlaments gab es aber immer wieder Nachbesserungswünsche, unter anderem beim Einbau moderner Medientechnik.

Aber auch die Insolvenz des Sandstein-Lieferanten Sächsische Sandsteinwerke GmbH und der Streit über Zahlungsmodalitäten hatten für Verschiebungen gesorgt.

Derzeit bereiten die Sandsteinwerke eine Klage gegen die Projektleitung, die BAM Deutschland AG (Stuttgart), vor. Laut Geschäftsführer Helgi Heumann verlangt die BAM 4,5 Millionen Euro von den Sandsteinwerken. Das Unternehmen fordert seinerseits 2,95 Millionen Euro für die Arbeiten an der Außenfassade des prestigeträchtigen Landtagsneubaus.

Das Schloss der preußischen Könige in der historischen Mitte Potsdams wurde nach den Plänen des Dresdner Architekten Peter Kulka wieder aufgebaut. Selbst die Original-Teile des alten Potsdamer Stadtschlosses haben nach und nach ihren Platz an der historischen Fassade des Neubaus gefunden.