
Mehr Roma-Kinder an Berliner Schulen - SPD-Politiker fordert mehr Integrationsmittel
Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Die Zahl der Roma-Familien, die aus Bulgarien und Rumänien nach Berlin kommen, steigt weiter. Und die Integration der Kinder an den Schulen bringt Probleme. Der SPD-Politiker Langenbrinck setzt sich für eine Aufstockung der Senatsmittel ein.
Als Reaktion auf die deutliche Zunahme des Anteils der Roma-Kinder an den Berliner Schulen hat der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck mehr Geld für die Integration gefordert. Im Landeshaushalt 2014/15 müssten dafür zusätzliche Gelder eingestellt werden, sagte der Politiker am Donnerstag der "Berliner Morgenpost". Er warnte davor, "die integrationspolitischen Fehler der Vergangenheit" zu wiederholen. Bislang seien für die Integrationsleisungen an den Schulen lediglich rund drei Millionen Euro geplant.
Willkommensklassen sollen bei Spracherwerb helfen
Hintergrund der Forderung sind nun bekannt gewordene Erhebungen des Senats über den Anstieg der Zahlen der Roma-Kinder an den Schulen der Stadt. Insgesamt werden derzeit 1.698 Kinder aus Bulgarien und Rumänien unterrichtet, die meisten in den Bezirken Neukölln und Mitte, berichtet die "Morgenpost" unter Berufung auf eine Antwort der Senatsbildungsverwaltung auf eine Parlamentarische Anfrage.
Viele Kinder werden demnach zunächst in sogenannten Willkommensklassen unterrichtet, um erste Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erlernen, bevor sie dann in Regelklassen integriert werden. Ende des vergangenen Schuljahres gab es in Berlin den Angaben zufolge 183 Willkommensklassen mit jeweils zwölf Schülern. 2011 waren es noch 61 derartige Lerngruppen zum Spracherwerb.
Rumänen und Bulgaren gehören zur am stärksten wachsenden Migrantengruppe
Nach Angaben des Senats sind zwischen 2006 und 2012 insgesamt 16.733 mehr Menschen mit rumänischer und bulgarischer Staatsangehörigkeit zu- als abgewandert. Allein 2012 habe die Zahl der bulgarischen Staatsangehörigen um rund 24 Prozent zugenommen; die Zahl der rumänischen Staatsangehörigen sei um rund 25 Prozent gewachsen. Verglichen mit der Zu- und Abwanderung aus anderen Staaten weist Bulgarien für 2012 das höchste Migrationssaldo auf. Rumänien steht nach Bulgarien, Italien, Portugal und Spanien an fünfter Stelle.
Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat hatte im April einen Regierungsplan der Stadt zur Einbeziehung der Roma vorgelegt. Dabei lag der Schwerpunkt vor allem auf Maßnahmen der gesundheitlichen Versorgung sowie der schulischen und beruflichen Eingliederung von Kindern und Jugendlichen.


