Bernhard Blaszkiewitz, Direktor des Zoos in Berlin (Quelle: dpa)

Aufsichtsrat will Vertrag nicht verlängern - Zoo-Direktor Blaszkiewitz muss 2014 gehen

Er stand schon lange in der Kritik, nun war das Maß offenbar voll: In einer Sondersitzung hat der Aufsichtrat von Zoo und Tierpark entschieden, dass Zoo-Chef Bernhard Blaszkiewitz im nächsten Jahr abtreten muss. Damit ist der Weg frei für einen personellen Neuanfang an der Spitze der beiden Hauptstadt-Tiergärten.

Vier Stunden lang hatte der Aufsichtsrat am Mittwoch getagt, dann die Entscheidung: Nach langen Querelen muss der umstrittene Berliner Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, im nächsten Jahr abtreten. Sein Vertrag, der Ende Juni 2014 ausläuft, werde nicht verlängert, beschloss der Aufsichtsrat der Zoo AG am Mittwoch nach rbb-Informationen.

Das Gremium hatte die außenordentlichen Sitzung einberufen, nachdem in der Vorwoche Finanzvorstand Gabriele Thöne das Handtuch geworfen hatte. Sie wollte damit nach eigenen Angaben zu einem Neuanfang in der Unternehmensleitung beitragen. Politiker von SPD und CDU hatten danach gefordert, dass das Aufsichtsgremium Entscheidungen für eine neue Geschäftsführung trifft.

Reformstau und Frauenfeindlichkeit

Seit Jahren steht Blaszkiewitz in der Kritik. Tierschützer werfen dem Zoo-Direktor vor, die Tierhaltung in Zoo und Tierpark mit veralteten Methoden zu betreiben. Käfige und Gehege seien marode und zu klein.

Zudem kommt die Entwicklung neuer Konzepte für die beiden Tiergärten nicht voran. Für den Tierpark in Friedrichsfelde war schon 2011 ein Masterplan erarbeitet worden - umgesetzt wurde er nicht, fünf Millionen Euro des Senats wurden nicht abgerufen.

Kritik kommt auch von den Mitarbeitern. Sie bemängeln einen ruppigen Umgangston und Frauenfeindlichkeit des 59-Jährigen.

Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Blaszkiewitz in internen Schreiben vor die Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 gesetzt hatte. Diese steht in der Zoo-Welt für "Weibchen", bei einigen Arten auch für "Zuchtstuten". Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte daraufhin erklärt, Blaszkiewitz habe sich als Führungskraft disqualifiziert. Der Zoo-Direktor sprach dagegen von einer Kampagne gegen ihn.

Blaszkiewitz geknickt und enttäuscht

Blaszkiewitz sagte der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe), er sei geknickt und enttäuscht, der Beschluss sei für ihn überraschend gekommen. Aber er sagte auch: "Das ist das gute Recht des Aufsichtsrats".

Aufsichtsratschef Frank Bruckmann dankte dem 59-Jährigen laut einer Mitteilung des Zoos für seine engagierte Arbeit. Zugleich betonte Bruckmann: "Wir möchten jetzt die Weichen dafür stellen, mit neuen Ideen und einer neuen Spitze beider Berliner Tiergärten die Herausforderungen der Zukunft zu meistern."

Gabriele Thöne wird Ende September ihren Platz räumen, diese Stelle soll möglichst schnell neu besetzt werden. Spätestens Ende Juni 2014 soll dann auch Blaszkiewitz  gehen. Wenn man sich finanziell einig wird, könnte der Posten auch schon früher frei sein. Es wird das Ende einer Ära sein: Seit mehr als sieben Jahren steht das Berliner Urgestein an der Spitze der beiden Berliner Tiergärten, seit 1991 war er zuvor schon Chef des Tierparks in Ost-Berlin.

Die Tierschutzexpertin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Claudia Hämmerling, bedauerte, dass sich der Aufsichtsrat nicht zu einer sofortigen Lösung habe entschließen können. Laut einer Mitteilung begrüßte sie aber, dass nun der Weg für die Neuausrichtung der Berliner Tiergärten frei werde.