
Große Probleme in Ostdeutschland - Mehr Berliner und Brandenburger von Armut bedroht
869 Euro netto für einen Single, 1.826 Euro für eine Familie mit zwei Kindern: Dort liegt in Deutschland derzeit die Armutsgrenze. In Berlin sind immer mehr Menschen vom Abrutschen in die Armut bedroht. Davon hatte sich Brandenburg in den vergangenen Jahren eigentlich erholt - doch das Risiko ist 2012 wieder deutlich gestiegen.
Immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg sind von Armut bedroht. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, stieg die sogenannte Armutsgefährdungsquote 2012 in beiden Ländern auf den höchsten Stand seit fünf Jahren.
In Brandenburg liegt sie nun bei 18,3 Prozent, das sind 1,4 Prozent mehr als noch 2011 (16,9 Prozent). In Berlin ist jeder Fünfte von Armut bedroht (21,2), 2011 waren es noch 21,1 und 2006 17 Prozent.
Armut in Deutschland beginnt bei einem Monatseinkommen von 869 Euro netto für einen Single und bei 1.826 Euro für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Grundlage der Berechnungen ist die Definition der EU, nach der Menschen als relativ arm gelten, die im Jahr der Erhebung weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung haben. Die Zahlen stammen aus dem Mikrozensus, der jährlichen Haushaltsbefragung.
Viele Probleme in Mecklenburg-Vorpommern
Überhaupt ist die Armutsgefährdung im Osten Deutschlands nach wie vor deutlich höher als in Westdeutschland. Der Unterschied ist aber kleiner geworden, und im Westen ist das Armutsrisiko in den vergangenen acht Jahren sogar leicht gestiegen.
So lag die Armutsgefährdungsquote 2012 in Ostdeutschland bei 19,7 Prozent, im Westen bei 14 Prozent.
Die Armutsgefährdung wird seit 2005 regelmäßig gemessen. Im Vergleich der Jahre 2012 und 2005 ist das Armutsrisiko am stärksten in Thüringen und Sachsen-Anhalt gesunken. Am stärksten gestiegen ist es in Nordrhein-Westfalen - und Berlin (19,7/21,2).
Die höchste Gefährdungsquote in Ostdeutschland erreichte Mecklenburg-Vorpommern mit 22,9 Prozent. Seit acht Jahren ist die Armutsgefährdung stets am niedrigsten in
Baden-Württemberg (2012: 11,1) und Bayern (2012: 11,2).
