
"Kein Dummer-Jungen-Streich" - Gedenkort im ehemaligen KZ Uckermark zerstört
Der Gedenkort auf dem Gelände des ehemaligen NS-Jugendkonzentrationslagers Uckermark bei Ravensbrück ist am Mittwoch zerstört worden - nur einen Tag nach seiner Einweihung. Politiker in Brandenburg haben den Angriff scharf verurteilt.
Politiker in Brandenburg haben die Zerstörungen auf dem Gelände des ehemaligen Jugendkonzentrationslagers Uckermark scharf verurteilt. Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) sprach von einer "gezielten Provokation", die nicht mit einem
"Dumme-Jungen-Streich" gleichgesetzt werden dürfe. Markov rief zu Spenden für die Gedenkstätte auf.
Der Verdacht liege nahe, dass Rechtsextreme politisch motiviert gegen die ehrenamtlich engagierte Arbeit eines antifaschistischen Projektes vorgegangen seien, erklärte der regionale Landtagsabgeordnete Torsten Krause (Linke). Der Gedenkort war den Angaben zufolge am Mittwoch nur einen Tag nach seiner Errichtung zerstört worden.
Am Mittwoch sind ein Sonnensegel und das Fundament einer Bank von Unbekannten zerstört worden. Beides war erst am Vortag von der "Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark" aufgestellt worden.
Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach sagte, es sei empörend, dass die Zerstörungswut jene treffe, die mit geringen finanziellen Mitteln und unter hohem Aufwand versuchten, an die Geschichte des Ortes zu erinnern.
Im so genannten Jugendschutzlager Uckermark wurden ab 1942 Mädchen und junge Frauen inhaftiert. 1945 wurden dort rund 1.000 Menschen festgehalten.
Im Januar 1945 wurde auf dem Gelände ein Sterbelager für Kranke und ältere Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück und anderen Konzentrationslagern eingerichtet, von denen bis April 1945 rund 5.000 unter menschenunwürdigen Bedingungen umkamen. Es liegt in unmittelbarer Nähe von Ravensbrück.
