
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Erzieher und Betreiber - Münch will Haasenburg-Heime noch nicht schließen
Derzeit gilt ein Belegungsstopp der drei Haasenburg-Heime in Brandenburg, zunächst bis Ende August. Doch auch danach werden die Heime, in denen Jugendliche misshandelt worden sein sollen, wohl nicht geschlossen - jedenfalls nicht, wenn es nach Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) geht.
Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) will die umstrittenen Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH vorerst nicht schließen. Sie brauche belastbare Gründe, um eine Jugendhilfeeinrichtung schließen zu lassen, sagte Münch der Tageszeitung "taz" (Montagsausgabe). "Ich kann nicht einfach willkürlich entscheiden." Es müsse nachgewiesen werden, dass die Jugendlichen "aktuell" gefährdet seien.
In den Heimen der Haasenburg GmbH sollen Jugendliche misshandelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen Erzieher und Heimbetreiber. Das Bildungsministerium hat einen Belegungsstopp der Haasenburg-Heime zunächst bis zum 31. August verhängt, gegen den der Haasenburg-Betreiber geklagt hatte.
Die Mehrheit von Brandenburgs Abgeordneten sprach sich vergangene Woche für eine Verlängerung des Belegungsstopps aus. Aus Sicht der Fraktionen von SPD, Linke, FDP und Grüne konnten die Misshandlungsvorwürfe gegen die Heime bislang nicht ausgeräumt
werden.
Zur Kritik, dass Kinder und Jugendliche in der Haasenburg GmbH auf Fixierliegen geschnallt wurden, sagte Münch, diese Liegen seien "nie Bestandteil der Genehmigung" gewesen. 2010 wurden die Fixierliegen durch das Landesjugendamt untersagt. Natürlich dürften die Heime kein "rechtsfreier Raum" sein, so die Ministerin. "Man muss aber die Möglichkeit haben, die Kinder vor sich selbst zu schützen." Die Haasenburg GmbH weist die Misshandlungsvorwürfe zurück.
Kommission untersucht Konzept der Heime
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Haasenburg-Heime waren Forderungen nach einer sofortigen Schließung laut geworden, die Münch jedoch ablehnte. Die Frage sei, was dann mit den dort untergebrachten jungen Menschen passieren könne, sagte sie im Juni.

Eine von Münch eingesetzte Kommission untersucht derzeit, wie das Konzept der Heime zu bewerten ist. Mit Ergebnissen werde Ende des Jahres gerechnet. Ministerin Münch erwartet jedoch im September einen Zwischenbericht.
Kritik an den Heimen sei überwiegend in den Jahren vor 2010 erhoben worden. Damals seien Auflagen und Beschäftigungsverbote erteilt worden, hieß es.



