
Mangel an Trainingsplätzen - Polizei öffnet zwei Schießstände für Beamte wieder
19 Schießstände hat die Berliner Polizei, die meisten davon sind unbrauchbar und müssen geschlossen bleiben. Nun werden zwei Anlagen wieder freigegeben - doch den Bedarf deckt das nicht ab - auch nicht für die Elitepolizisten der SEK.
Nach der Schließung von Polizei-Schießständen in Berlin sollen in den nächsten 14 Tagen zwei weitere Trainingsorte wieder geöffnet werden. Dann könnten Polizisten an insgesamt acht Ständen üben, sagte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage. Insgesamt stünden der Polizei 19 Stände in der Hauptstadt zur Verfügung, derzeit seien aber nur sechs in Betrieb.
Von den Schließungen hatte am Mittwoch die rbb-Abendschau berichtet. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte am Donnerstag mit, sie befürchte, dass Schießstände mit Asbest kontaminiert seien. Der Stoff gilt als krebserregend.
An einigen Orten seien künstliche Mineralfasern entdeckt worden, sagte der Polizeisprecher. Auch sie können die Gesundheit gefährden. Es werde geprüft, wie damit umgegangen werden solle. Zunächst blieben diese Trainingsstätten geschlossen. Die Stände, die demnächst wieder geöffnet würden, hätten Sanierungen hinter sich - teils in Millionenhöhe, betonte der Sprecher. Dabei sei es aber nicht um problematische Fasern, sondern zum Beispiel um Fußböden gegangen.
Zur Überbrückung könnten Polizisten möglicherweise mit dem Laser auf den Ständen üben. "Das ist kein vollwertiges Schießtraining." Es werde auch geprüft, ob Räume der Bundespolizei oder des Zolls angemietet würden. Das Training mit Laser hätte laut Sprecher den Vorteil, dass kein Knall erzeugt werde. Denn der Luftdruck habe dazu geführt, dass sich künstliche Mineralfasern gelöst hätten.
Die GdP erklärte, dass ihr bereits Dienstunfälle gemeldet worden seien. Ob diese aber im Zusammenhang mit einer möglichen Asbest-Kontamination stünden, sei nicht klar, sagte eine GdP-Sprecherin.


