Schießplatz (Quelle: dpa)

Zu wenig Schieß-Übungsstände - Berliner Polizisten können nicht oft genug schießen

Drohen die Berliner Polizisten beim Gebrauch ihrer Waffen aus der Übung zu kommen? Nach Informationen des rbb sind von ehemals 19 Schießständen nur noch zwei übrig geblieben, weitere vier werden angemietet. Deshalb müssen selbst die Elite-Polizisten der Spezialeinsatzkommandos zum Training in andere Bundesländer ausweichen.

Für die Berliner Polizei werden die Plätze für Schießtrainings knapp. Von ehemals 19 Schießständen sind in Berlin nur noch sechs übrig. Zwei davon gehören der Berliner Polizei, vier werden angemietet. Dass alle Polizisten wie vorgesehen regelmäßig Schießübungen absolvieren können, sei daher kaum noch möglich. Selbst die Elite-Polizisten der Spezialeinsatzkommandos müssen zum Training in andere Bundesländer wie Thüringen oder Brandenburg ausweichen.

Der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Böhl, forderte deshalb am Mittwoch im rbb die Politiker zum Handeln auf. Es sei fünf vor zwölf, so Böhl. Die Entscheidungen der Politik hätten zu dieser Situation geführt. Deshalb müsse die Politik jetzt auch erklären, wie sie der Polizei helfen wolle, aus dieser Situation wieder herauszukommen. Dabei dürfe nicht in anderen Bereichen gespart werden, sondern es müssten zusätzliche Gelder bereitgestellt werden.

Schießen per Joystick

Nachdem mehrere Schießstände bereits in der Vergangenheit geschlossen wurden, stellte sich im Juli heraus, dass durch den Luftdruck der Schüsse gesundheitsgefährdende Stoffe wie Kunst- und Mineralfasern freigesetzt werden. Deshalb habe man weitere sieben Stände schließen müssen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers sollen in den nächsten vierzehn Tagen zwei der jetzt geschlossenen Schießstände wieder geöffnet werden. Sie seien für zwei Millionen Euro saniert worden.

Die Polizei überlegt, weitere Schießstände beim Zoll oder der Bundespolizei anzumieten. Zudem könnten die Öffnungszeiten der Trainingsstätten um fünf Stunden verlängert werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, statt mit der Waffe mit einem Joystick beim so genannten Laser-Training zu schießen.

Islamische Salafisten werden am 01.05.2012 in Solingen von der Polizei festgesetzt. - Foto: dpa
Berlin ist ein hartes Pflaster - auch und besonders für Polizisten.

Polizeigewerkschaft fordert bessere Ausstattung und mehr Geld

Erst am Montag hatte die Berliner Polizeigewerkschaft mehr Unterstützung vom Land Berlin gefordert, nachdem bekannt wurde, dass Jahr für Jahr immer mehr Berliner Polizisten Opfer von Gewalttaten werden. So werden sie mit Flaschen beworfen, bei Festnahmen gekratzt und gebissen. Laut einem Zeitungsbericht liegt die Hauptstadt bundesweit an der Spitze.

Die Berliner GdP forderte, dass sich der Senat hinter die Beamten stellen müsse. Zudem sei ausreichend Geld für eine gute Ausstattung nötig, so dass Beamte zum Beispiel eine eigene Schutzweste bekämen. Auch wurde eine "angemessene Entlohnung" von Polizisten in Berlin gefordert. "Die bundesweit am stärksten gefährdeten Polizistinnen und Polizisten werden am schlechtesten bezahlt", hieß es.

Blinder Hass – brutale Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

So manche Problemzone in deutschen Großstädten gilt inzwischen als „No-Go-Area“ für Polizisten in Uniform. Hass und Gewalt eskalieren – Gewalttäter werden zu einer Bedrohung für die Zivilgesellschaft.