Tierpark-Direktor Blaszkiewitz mit einem schwarzweißen Vari auf der Schulter (Quelle: dpa)
Abendschau | 18.08.2013 | Beitrag von Jade-Yasmin Tänzler

Er will bis 2014 bleiben - Grüne wollen sofortige Beurlaubung von Zoo-Direktor Blaszkiewitz

Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz muss im nächsten Jahr gehen. Dann läuft sein Vertrag aus, der auch nicht verlängert wird. Das entschied der Aufsichtrat von Zoo und Tierpark Anfang August. Manchen kann Blaszkiewitz' Ablösung gar nicht schnell genug gehen - doch der will bis 2014 bleiben.

Als der Aufsichtsrat des Berliner Zoos nach einer vierstündigen Sitzung bekannt gab, dass der umstrittene Berliner Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz im nächsten Jahr abtreten muss, begrüßten Berliner Politiker und Tierschutzexperten diese Entscheidung - manche hofften gar auf eine schnellere Ablösung.

Doch daraus wird wohl nichts. Blaszkiewitz will noch bis zum Ende seines Vertrages im Sommer kommenden Jahres im Amt bleiben. "Mein Vertrag geht bis zum 30. Juni 2014. Ich werde meine Pflicht bis dahin erfüllen", sagte er dem "Tagesspiegel".

Blaszkiewitz widerspricht damit auch Spekulationen, er würde seinen Posten vorzeitig räumen. Die "Berliner Zeitung" hatte berichtet, die Zoo AG verhandele mit Blaszkiewitz, in Gesprächen gehe es um Geld, das Blaszkiewitz für einen vorzeitigen Rücktritt gefordert haben soll.

Anfang August hatte sich der Aufsichtsrat der Zoo AG für einen Wechsel an der Spitze des Hauptstadtzoos entschieden. Danach galt ein vorzeitiger Abgang von Blaszkiewitz als nicht ausgeschlossen.

Die Berliner Grünen fordern nun aber eine vorzeitige Beurlaubung von Zoo-Chef Blaszkiewitz. Die Fraktionsvorsitzende Ramona Pop sprach sich am Sonntag im rbb dafür aus, eine vertrauenswürdige Person für den Übergang einzusetzen, die sich vor allem um die dringend notwendige Modernisierung des Tierparks kümmert.

Politiker begrüßten Vertragsende

Die Tierschutzexpertin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Claudia Hämmerling, hatte nach der Bekanntgabe bedauert, dass sich der Aufsichtsrat nicht zu einer sofortigen Lösung habe entschließen können. Für Hämmerling bedeute dies ein weiteres Jahr "Zooblockade". Der Senat müsse auf eine konzeptionelle Neuausrichtung von Zoo und Tierpark dringen. Laut einer Mitteilung begrüßte Hämmerling aber, dass nun der Weg für die Neuausrichtung der Berliner Tiergärten frei werde. Auch ihre die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus bewerte die Entscheidung generell positiv.

Auch andere Parteien begrüßten die Entscheidung. Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgegordnetenhaus, Danny Freymark, beispielsweise kritisierte, dass es in den vergangenen Jahren einen Stillstand im Zoo und im Tierpark gegeben habe. Ideen seien nicht umgesetzt worden. Auch er sprach sich für eine Prüfung aus, wonach Blaszkiewitz eventuell bereits vor Juni 2014 abgelöst werden könne.

Reformstau und Frauenfeindlichkeit

Seit Jahren steht Blaszkiewitz in der Kritik. Tierschützer werfen dem Zoo-Direktor vor, die Tierhaltung in Zoo und Tierpark mit veralteten Methoden zu betreiben. Käfige und Gehege seien marode und zu klein.

Zudem kommt die Entwicklung neuer Konzepte für die beiden Tiergärten nicht voran. Für den Tierpark in Friedrichsfelde war schon 2011 ein Masterplan erarbeitet worden - umgesetzt wurde er nicht, fünf Millionen Euro des Senats wurden nicht abgerufen.

Kritik kommt auch von den Mitarbeitern. Sie bemängeln einen ruppigen Umgangston und Frauenfeindlichkeit des 59-Jährigen. Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass Blaszkiewitz in internen Schreiben vor die Namen von Mitarbeiterinnen die Formel 0,1 gesetzt hatte. Diese steht in der Zoo-Welt für "Weibchen", bei einigen Arten auch für "Zuchtstuten". Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte daraufhin erklärt, Blaszkiewitz habe sich als Führungskraft disqualifiziert. Der Zoo-Direktor sprach dagegen von einer Kampagne gegen ihn.

Mit Blaszkiewitz' Abgang 2014 endet eine Ära: Seit mehr als sieben Jahren steht das Berliner Urgestein an der Spitze der beiden Berliner Tiergärten, seit 1991 war er zuvor schon Chef des Tierparks in Ost-Berlin.

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