Der Berliner Parteivorsitzende der NPD, Sebastian Schmidtke, spricht am 11.09.2013 in Berlin bei einer Wahlkampfveranstaltung der rechtsextremen Partei in Hellersdorf. (Bild: dpa)
Der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke beim Wahlkampf in Berlin-Hellersdorf.

Keine Erkenntnisse über "strukturelle Verbindungen" - Berliner NPD-Chef war offenbar bei Rocker-Club zu Gast

Zwischen der Rocker-Szene und Rechtsextremen bestehen teils persönliche Verbindungen. Der Berliner NPD-Chef, Sebastian Schmidtke, sei auf öffentlichen Veranstaltungen eines Rocker-Clubs gesehen worden sein, berichtete Innenminister Frank Henkel (CDU). Es lägen aber keine Erkenntnisse über "strukturelle Verbindungen" vor.

Der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke hat nach Angaben von Innensenator Frank Henkel (CDU) Verbindungen zur Rocker-Szene. Der Landesvorsitzende der rechtsextremistischen Partei sei 2012 und 2013 auf öffentlichen Veranstaltungen des Gremiums Motorcycle Clubs (MC) gesehen worden, teilte Henkel auf eine bisher nicht veröffentlichte Kleine Anfrage des Abgeordneten Tom Schreiber (SPD) mit. Es lägen aber keine Erkenntnisse zu "strukturellen Verbindungen" oder über gemeinsame Aktionen der NPD und der kriminellen Rockerszene vor.

 "Der Polizei Berlin sind lediglich Einzelpersonen bekannt, die sowohl in der rechten Szene als auch in der kriminellen Rockerszene aktiv sind", erklärte Henkel. Diese Einzelpersonen seien jedoch von "untergeordneter Bedeutung". Außerdem gebe es Leute, die früher in der rechten Szene aktiv gewesen seien, jetzt aber zur Rocker-Szene gehörten - beispielsweise zum Gremium MC. "Diese sind bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr im Kontext "rechte Szene" in Erscheinung getreten", erklärte Henkel.

Berliner Polizisten kontrollieren einen Rocker. (Bild dpa)
Die Rocker-Szene steht unter Beobachtung der Polizei, immer wieder komme es zu Razzien.

LKA: Rocker mehr am Geschäft als an Ideologie interessiert

In Schöneweide beispielsweise gebe es mehrere Lokale, in denen sowohl Rocker als auch Rechte zu Gast seien. Es seien - neben den Bekanntschaften - außerdem Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen bekannt.

Vor einer Woche hatte Frank Schwederski vom Landeskriminalamt im Innenausschuss gesagt, dass "Wechselwirkungen" zwischen kriminellen Rockern und der rechtsextremen Szene zu beobachten seien. Rocker seien allerdings am Geschäft interessiert und nicht daran, eine Ideologie zu verkaufen, sagte er im Abgeordnetenhaus

Nach Angaben der Polizei gehören in Berlin rund 1.000 Menschen der Rockerszene an. Laut Verfassungsschutzbericht hat die Berliner NPD über 200 Mitglieder.

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