Die Berliner Patienten- und Pflegebeauftragte Karin Stötzner
Interview: Sascha Hingst, Abendschau | 30.09.2013

Appell der Berliner Patientenbeauftragten - "Altenpflege ist ein zentrales Arbeitsfeld"

Die Berliner Patienten- und Pflegebeauftragte, Karin Stötzner, hat sich dafür ausgesprochen, die Pflegeberufe weiter aufzuwerten. Da die Zahl der Pflegefälle bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent ansteigen werde, sei es notwendig, die Rahmenbedingungen der Pflegeberufe zu verbessern und die Arbeit von Pflegekräften stärker anzuerkennen, sagte Stötzner am Montag dem rbb.

Immer mehr ältere Menschen sind auf Hilfe angewiesen; in den nächsten 15 Jahren wird die demographische Entwicklung dazu führen, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen um 50 Prozent zunehmen wird, auch in Berlin und Brandenburg.

Karin Stötzner, die Patienten- und Pflegebeauftragte des Landes Berlin, hat es daher begrüßt, dass der Vivantes-Konzern jetzt auch Pflegekräfte aus Vietnam angeworben hat.

Allerdings sei gerade im Umgang mit Demenzkranken die "Erinnerungsarbeit und das Rückkoppeln an ein früheres Leben" sehr wichtig - daher müssten vor allem sehr gute Sprachkenntnisse vermittelt werden, sagte Stötzner am Montag im rbb.

Werbekampagnen für Pflegenachwuchs

Da es an deutschen Nachwuchskräften mangele, sei es wichtig, Pflegekräfte auch aus anderen Ländern nach Deutschland zu holen. Die Bundesanstalt für Arbeit habe große Werbekampagnen initiiert, um zusätzliche Kräfte auch aus den osteuropäischen Ländern, wie zum Beispiel Polen, Tschechien und der Ukraine anzuwerben. Auch die Berliner Sozialverwaltung und Sozialsenator Mario Czaja (CDU) seien sehr engagiert, um den Beruf des Altenpflegers aufzuwerten.

Allerdings müssten die Arbeitgeber noch mehr dafür tun, um entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, dazu gehörten unter anderem eine bessere Bezahlung und "familienfreundliche" Arbeitsplätze. "Nur, wenn die Gesellschaft anerkennt, dass Pflege und dass Altenhilfe im Zentrum stehende Arbeitsfelder sind, dann wird sich daran etwas ändern, dass dieser Beruf auch wieder attraktiv wird", sagte Stötzner.

Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion (Bild: dpa)

Inforadio | 04.09.2013 - Pflegedienstleiter trifft Gesundheitspolitiker

Hanfried Wiegel führt einen ambulanten Pflegedienst in Berlin-Zehlendorf, doch er findet kaum Fachkräfte. Vielen sind die Gehälter zu niedrig, ausländischen Kräften fehlen oft Sprachkenntnisse. In der Serie "Ihr Wahlkampf, bitte!" hat er sich mit seinem Anliegen an den Gesundheitspolitiker Jens Spahn (CDU) gewandt und bessere Arbeitsbedingungen für die Pflege gefordert.