Streit um freie Schulen - Scheeres geht auf freie Träger zu
Der Streit um mögliche Kürzungen bei freien Schulen ist offenbar weitgehend vom Tisch. Bei einem Treffen mit den Vertretern der freien Schulen sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres ihre Unterstützung zu. Nach wie vor besteht für die Senatorin aber noch Diskussionsbedarf.
Für bewährte freie Träger scheint es dabei zu bleiben, dass sie weiterhin sofort Landeszuschüsse erhalten, wenn sie neue Grund- und Oberschulen gründen. Entsprechende Signale gab es nach einem Treffen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Vertretern der freien Schulen am Dienstag.
Der Vorsitzende des Verbandes freier Schulen, Andreas Wegener, zeigte sich gegenüber dem rbb zufrieden mit dem Ergebnis des Treffens. Man sei sehr froh gewesen, dass es ein Gespräch gab und die Fronten nicht weiter verhärtet wurden, so Wegener.

Freie Berufsschulen genauer unter die Lupe nehmen
Bisherige Pläne, dass die freien Träger auf Landeszuschüsse für neue Grund- und Oberschulen künftig drei bis fünf Jahre warten müssten, wären damit vom Tisch. Die Bildungsverwaltung wollte damit bis zu acht Millionen Euro einsparen.
Dagegen werde sie sich die beruflichen Schulen freier Träger genauer ansehen, sagte Scheeres nach dem Treffen. Denn in diesem Bereich gebe es einen starken Anstieg der Zahlen. Auch über das Thema Qualität müsse man sprechen.
In der Diskussion ist offenbar ein Modell, wonach bewährte freie Träger dann sofort Landeszuschüsse erhalten, wenn sie Berufsschulen in einem Fach neu gründen, in dem sie bereits in einer vorhandenen Schule tätig sind. Für neue Fächer müssten sie eine Wartezeit in Kauf nehmen, bis sie Geld erhalten.
Verband hält generelle Kürzung für falsch
Die Vertreter der freien Schulen hätten zugestimmt, die bisherige Regelung bei privaten Berufsschulen zu prüfen und in Kürze noch einmal zu diskutieren, sagte eine Sprecherin der Senatsbildungsverwaltung.
Der Verband freier Schulen aber hält eine generelle Kürzung bei den freien Berufsschulen für kritisch. Viele Jugendliche, die keine Chance auf einen Platz auf einer öffentlichen Berufsschule haben, würden von den freien Trägern aufgefangen. Damit hätten die Schulen auch einen integrationspolitischen Aspekt.
An den Kürzungsplänen von Bildungs- und Finanzverwaltung hatte es massive Kritik sowohl vom Koalitionspartner CDU als auch von den freien Schulen gegeben, von denen sich zahlreiche in kirchlicher Trägerschaft befinden. In Berlin lernen rund zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen an Schulen in freier Trägerschaft.





