
Skandal in Brandenburg an der Havel weitet sich aus - Ex-Chef der Stadtwerke soll Tonnen von Heizöl abgezweigt haben
Der ehemalige Chef der Stadtwerke von Brandenburg an der Havel soll während seiner Amtszeit illegal Heizöl verkauft und sich damit bereichert haben. Oberbürgermeisterin Dietlind Tieman (CDU) zeigt sich entsetzt über das Ausmaß des Skandals. Denn die Schadenssumme beläuft sich nach Schätzungen auf mindestens 800.000 Euro.
Der frühere Stadtwerkechef von Brandenburg an der Havel, Wolfgang-Michael Schwarz, steht im Verdacht, große Mengen von Heizöl, die die Stadtwerke lagerten, als verdorben deklariert und über einen Bekannten auf eigene Rechnung verkauft zu haben. Außerdem soll er sich über drei bis vier Jahre hinweg mit Hilfe von Scheinrechnungen eine hochwertige Jagdausrüstung zugelegt haben.

Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel, Dietlind Tieman (CDU), äußerte sich am Freitag entsetzt über das mögliche Ausmaß des Skandals. Die Schadenssumme belaufe sich nach Einschätzung des Aufsichtsrates auf mindestens 800.000 Euro, sagte Tiemann dem rbb. Sie sei darüber fassungslos. Die entsprechenden Unterlagen habe der Aufsichtsrat mittlerweile der Staatsanwaltschaft übergeben.
Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hatte bereits am Mittwoch einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen" bestätigt, wonach gegen den 48-jährigen Schwarz wegen Untreue und Vorteilsnahme ermittelt wird.
Schwarz war nach Bekanntwerden des Skandals im Juni gekündigt worden, er stand seit Oktober 2006 an der Spitze des kommunalen Unternehmens.
