Teilnehmer bei der "Deutschen Arschbomben-Meisterschaft" (Quelle: picture-alliance / dpa)
Video: Florian Eckardt, rbb Abendschau | 06.09.2013

Neue Pläne finden keine Mehrheit - Bäderschließungen in Berlin sind vorerst vom Tisch

Neue (Wellness-)Bäder bauen, marode Schwimmhallen schließen:  So sah der Plan des neuen Chefs der Berliner Bäderbetriebe Ole Bested Hensing aus. Doch nach einer Aufsichtsratssitzung rudert der Däne zurück, und Sportsenator Frank Henkel (CDU) macht klar: Bäderschließungen stehen nicht zur Diskussion.

Die Schließung mehrerer Berliner Bäder ist vorerst vom Tisch. Ein Konzept des Vorstands der Berliner Bäderbetriebe wurde am Freitag im Aufsichtsrat beraten. Innensenator Frank Henkel (CDU) - zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Bäderbetriebe - sagte nach der Sitzung, Schließungen stünden nicht zur Diskussion.

Ole Bested Hensing, Chef Berliner Bäderbetriebe
Wollte die Bäderlandschaft auf den Kopf stellen: Ole Bested Hensing

"Von Bäderschließungen war keine Rede und ist keine Rede", erklärte Henkel. Dazu habe er als Senator genau wie das Berliner Parlament eine klare Haltung.

Es komme darauf an, die Versorgung der Berliner mit öffentlichen Bädern langfristig sicherzustellen und strukturell zu verbessern, fuhr Henkel fort. Ein wichtiges Ziel sei dabei, den Schwimmunterricht für Schüler nachhaltig zu sichern. Das Konzept von Bested Hensing sei im Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen worden und soll nun überarbeitet werden.

Bäderchef distanziert sich vom eigenen Plan

Anfang August hatte Bested Hensing mit seinem Plan für Aufregung gesorgt, fünf neue Kombi-Bäder an zentralen Standorten zu errichten. Sie sollten jeweils ein Hallen- sowie ein Freibad, Rutschen, Sprungtürme, Gastronomie und Wellnessbereich umfassen. 100 Millionen Euro seien dafür erforderlich. Dafür sollten bis zu 14 ältere Schwimmhallen in der Umgebung abgerissen werden. Dem rbb hatte er gesagt, dass er überzeugt sei, dass sich das Vorhaben finanziell realisieren lasse.

Nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag erklärte Bested Hensing nun, man habe nie von Bäderschließungen gesprochen. Vielmehr müssten die Strukturen den Erfordernissen der modernen Gesellschaft angepasst werden. "Wir werden das, was wir vorbereitet haben, weiter ausprägen und dem Aufsichtsrat in der übernächsten Sitzung vorlegen", kündigte der Däne an.

Widerstand aus der Politik

Gegen die Pläne hatte es sofort Widerstand der Landes- und Bezirkspolitik gegeben, weil die Schwimmhallen für den Breitensport und den Schwimmunterricht der Schulen gebraucht werden. Dafür solle es Bäder in ausreichendem Maße geben. Auch der Berliner Senat beharrte auf den Erhalt aller 37 Bäderstandorte, notfalls durch Sanierung.

SPD-Fraktionschef Raed Saleh hatte gesagt, für Sanierungen seien im laufenden Doppelhaushalt zehn Millionen Euro bereitgestellt und die Zuschüsse um sechs Millionen Euro erhöht worden.

Hohe Verluste und Zuschüsse vom Senat

Seit Jahren verlieren die Bäderbetriebe Besucher und stehen unter großem wirtschaftlichen Druck. Mehr als 40 Millionen Euro pro Jahr muss der Senat als Zuschuss gewähren, damit der Badebetrieb überhaupt aufrechterhalten werden kann.