Proteste gegen Militärschlag in Syrien (Quelle: dpa)

Protest am Weltfriedenstag - Hunderte demonstrieren gegen Militärschlag in Syrien

Die Vereinigten Staaten stehen möglicherweise vor einem Militärschlag gegen Syrien. Dagegen haben hunderte Menschen am Sonntag vor dem Brandenburger Tor in Berlin demonstriert. Sie forderten eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts.

Mehrere hundert Menschen haben am Sonntag in Berlin gegen eine mögliche Militäraktion in Syrien demonstriert. Wie die Veranstalter mitteilten, forderten die etwa 750 Teilnehmer am Weltfriedenstag eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts.

Vom Pariser Platz zogen die Demonstranten über Friedrich- und Ebertstraße zum Platz des 18. März auf der anderen Seite des Brandenburger Tors. Die Demonstranten trugen syrische Nationalfahnen und Plakate mit der Aufschrift "Stop killing, start talking". Neben dem "Nein zum Krieg gegen Syrien" richtete sich der Protest auch gegen Rüstungsexporte.

Organisiert wurde die Demonstration unter anderem vom Berliner Landesverband der Linken. Der Landesverband erklärte, jedes militärische Eingreifen in Syrien erhöhe die Gefahr eines "völlig unkontrollierbaren Flächenbrandes". Der drohende Angriff einer US-geführten Koalition rette keine Menschenleben, sondern bringe dem Land noch mehr Leid, Tod und Zerstörung.

Am Samstagabend hatte US-Präsident Obama angekündigt, vor einem Militärschlag gegen Syrien zunächst das Parlament um Zustimmung zu bitten. Der US-Kongress tagt das nächste Mal am 9. September.

Auch Demo gegen Sexismus

Zur gleichen Zeit fand unweit der Syrien-Demo ein ganz anderer Protest am Brandenburger Tor statt. Etwa 600 Menschen gingen gegen Sexismus in der Werbung auf die Straße. Unter dem Motto "Vielfalt ist schön" sangen und sprachen unter anderem die queer-feministische Rapperin Sookee, "Tocotronic"-Frontman Dirk von Lowtzow sowie die "Aufschrei"-Initiatorinnen Anne Wizorek und Kathy Meßmer. Veranstalter der Demonstration war die feministische Organisation "Pinkstinks".

Die Demonstranten wandten sich gegen Geschlechtsstereotype und eine Reduzierung von Frauen und Männern auf ihr Äußeres. "Wir haben Axe-Astronauten, die den Verkehr regeln genauso satt wie sexy Nordsee-Frischfisch", sagte Pinkstinks-Geschäftsführerin Schmiedel. Jedes fünfte Kind in Deutschland zeige bereits Symptome einer Essstörung, während sexistische und jedes normale Körpermaß negierende Werbung weiter zunehmen.

Die Aktivistinnen von Pinkstinks hatten zuletzt im Frühjahr massiv gegen die Eröffnung des Barbie-Dreamhouse am Berliner Alexanderplatz protestiert.