
Eine Tat fürs Rad - Berlin gibt mehr Geld für Radwege aus
Wer auf den Straßen Berlins unterwegs ist, ahnt es schon lange: Die Zahl der Radfahrer hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Gut für den Verkehr in der Stadt, doch an vielen Stellen wird es bereits eng. Der Senat will nun reagieren und mehr in Radwege investieren.
Berlin entwickelt sich immer mehr zu einer Stadt der Radler. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass sich der Radverkehr in den letzten Jahren mehr als verdoppelt hat. In manchen Straßen wie der Kastanienallee im Prenzlauer Berg sind zu Höchstzeiten mehr Radfahrer unterwegs als Autos.
Bisher hatte der Senat das Thema offenbar noch nicht als so dringlich eingeordnet: Im bisherigen Haushaltsentwurf 2014/15 hatte Finanzsenator Nußbaum (parteilos) die Ausgaben für Radwege von drei Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro kürzen wollen. Nun schwenken die Verkehrspolitiker von SPD und CDU um.
Der Verkehrsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus will am Mittwoch eine Erhöhung auf jeweils vier Millionen Euro in den kommenden beiden Jahren beschließen und den Antrag in das Abgeordnetenhaus einbringen. Letztes Wort hat dann das Parlament.

Viele Mängel auf Berlins Radwegen
Der SPD-Umweltexperte Daniel Buchholz sagte dem Tagesspiegel, man wolle damit ein sichtbares Zeichen setzen. Beim letzten Vergleichstest des Radlerclubs ADFC kam Berlin nur auf Rang 24. Vor allem zu schmale und holperige Radwege und Hindernisse wie geparkte Autos wurden bemängelt.
Im Haushaltsentwurf ist geplant, bis Ende 2015 40 Kilometer Radwege zu markieren. Darunter die Warschauer Straße und Gitschiner Straße in Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Danziger Straße im Prenzlauer Berg. Aber auch Straßen im Wedding und Reinickendorf sollen großflächig neu markiert werden.
Verbesserungen auch für Fußgänger
Weitere 6,5 Millionen Euro will der Senat zur langfristigen Sicherung eines öffentlichen Leihfahrradsystems in der Hauptstadt ausgeben. Noch bis Ende 2014 betreibt die Deutsche Bahn den "StadtRad Berlin“-Verleih mit 1.750 Rädern. Danach wird der Betrieb für weitere fünf Jahre ausgeschrieben.
Auch die Fußgänger sollen Verbesserungen erhalten. Für weitere Zebrastreifen, Mittelinseln und modernisierte Gehwege will der Senat 650.000 Euro bis 2015 bereitstellen.
Finanziert werden die Mehrausgaben durch Mittel, die bei Bauprojekten nicht ausgegeben wurden – unter anderem wird der Zuschuss für die Werner-Seelenbinder-Sporthalle und das Institut für Chemie der FU um jeweils eine Million Euro gesenkt.

