Demonstration des Bündnis "Umfairteilen - Reichtum besteuern" am 14. SEptember 2013 in Berlin (Quelle: dpa)

Deuntschlandweites Bündnis "Umfairteilen" - Demonstranten in Berlin gehen für Reichensteuer auf die Straße

Reiche sollen Vermögen abgeben und dauerhaft hoch besteuert werden: Für diese Forderungen haben am Samstag Hunderte Menschen in Berlin demonstriert. Das Geld soll nach Ansicht der Demonstranten in Bildung, Sozialsysteme und in die Infrastruktur fließen.

Rund eine Woche vor der Bundestagswahl hat das Bündnis "Umfairteilen - Reichtum besteuern" seinen Forderungen mit einer Demonstration in Berlin Nachdruck verliehen. In der Hauptstadt zogen am Samstagmittag laut Veranstalter rund 3.000 Menschen in das Regierungsviertel nahe dem Bundeskanzleramt. Die Polizei sprach von rund 1.200 Teilnehmern.

Auf Plakaten und Transparenten forderten die Demonstranten unter anderem "Armut bekämpfen - Reichtum teilen" und die Einführung einer Vermögenssteuer. Das Geld solle in Bildung, Sozialsysteme, die Energiewende und in die öffentliche Infrastruktur investiert werden.

Gemäß dem Motto "umfairteilen" wurden vor dem Paul-Löbe-Haus, in dem unter anderem die Bundestagsausschüsse tagen, fiktive Geldsäcke und Geldmünzen symbolisch für neue Zwecke zur Verfügung gestellt.

Bündnis vereint über 20 zivilgesellschaftliche Organisationen

Auch in anderen deutschen Städten fanden Kundgebungen statt. Die Veranstalter schätzten die Zahl der Teilnehmer auf insgesamt mehr als 15.000. Die meisten Menschen gingen in Bochum auf die Straße.

Wichtige Bereiche wie Bildung und Pflege seien dauerhaft unterfinanziert, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske in seiner Rede in Bochum. Zusätzliche Investitionen in die gesellschaftliche und soziale Zukunft Deutschlands seien dringend nötig: "Das ist es ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit."

Dem Bündnis "Umfairteilen - Reichtum besteuern" gehören bundesweit mehr als 20 zivilgesellschaftliche Organisationen an, darunter der Sozialverband VdK, die Gewerkschaft ver.di, die Nichtregierungsorganisation attac, die Arbeiterwohlfahrt, die Alewitische Gemeinde Deutschlands und die Volkssolidarität.

Der 2012 gegründete Zusammenschluss fordert eine stärkere Besteuerung von Reichtum. Er setzt sich für eine einmalige Vermögensabgabe ein und wirbt für eine dauerhafte Vermögenssteuer, deren Ertrag für soziale Zwecke genutzt werden soll.

Bislang haben über 130.000 Menschen den "Umfairteilen"-Aufruf zur Einführung einer Reichensteuer unterzeichnet, darunter prominente Künstler und Wissenschaftler.