Gernot Schmidt (Quelle: http://www.gernot-schmidt.de)
Video: Michel Nowak, Brandenburg aktuell | 23.09.2013

Landratswahl in Märkisch-Oderland - Amtsinhaber Gernot Schmidt muss in Stichwahl

Der künftige Landrat des Märkisch-Oderland-Kreises wird erst in einer Stichwahl in zwei Wochen gestimmt. Amtsinhaber Gernot Schmidt (SPD) gewann am Sonntag zwar die Abstimmung, verfehlte aber die notwendige absolute Mehrheit.

Die Wähler in Märkisch-Oderland haben am Sonntag nicht nur bestimmt, wen sie in den Bundestag entsenden. Zum ersten Mal hatten die Bewohner des ostbrandenburger Kreises auch die Möglichkeit, ihren Landrat direkt zu wählen und nicht wie bisher durch den Kreistag.

Nach der Auszählung aller 269 Wahlbezirke erhielt Amtsinhaber Gernot Schmidt 42,4 Prozent der Stimmen. Dahinter lieferten sich Bernd Sachse von der Linken (28,8 Prozent) und der CDU-Politiker Norbert Buchholz (26,2 Prozent) ein enges Rennen um den zweiten Platz. Der FDP-Kandidat kam abgeschlagen auf 2,6 Prozent.

Gernot Schmidt ist es damit nicht gelungen, die notwendige absolute Mehrheit der Stimmen gleich im ersten Wahlgang zu holen. Damit wird der künftige Landrat des Märkisch-Oderland-Kreises vermutlich erst in der Stichwahl am 6. Oktober bestimmt. In der Stichwahl trifft Schmidt auf Bernd Sachse von der Linken.

Alle gegen Schmidt

Rund 160.000 Menschen zwischen Dahlwitz-Hoppegarten im Berliner Speckgürtel und Güstebieser Loose direkt an der Oder waren am Sonntag aufgerufen, den neuen Kreischef zu wählen.

Amtsinhaber Gernot Schmidt (SPD) sitzt seit acht Jahren auf dem Chefsessel in Seelow. Der 51-Jährige betonte immer wieder die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Fraktionen im Kreistag. Gemeinsam mit der Linken, die hier stärkste Fraktion ist, habe man vieles erreicht und stets gut zusammen gearbeitet.

Schmidt setzte im Wahlkampf auf Themen wie den Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt und Strategien für den demografischen Wandel, der vor allem in den Berlin-fernen Regionen den Wegzug und die Überalterung der Bevölkerung in den kommenden Jahren weiter beschleunigen wird. Aber auch Dauerbrenner des Kreises kamen immer wieder aufs Tableau - von Bibern, die die Deiche der Oder durchbuddeln bis zum Binnenhochwasser im Oderbruch.

Zuletzt allerdings sorgte ein Wahlwerbespot des Sozialdemokraten für Irritationen, in dem namhafte Akteure für den Landrat warben, darunter etwa auch der Arzt eines Klinikums, das letztlich unter Schmidts Oberaufsicht steht, sowie der Präsident der IHK Ostbrandenburg, Ulrich Müller. Dieser wehrte sich gegen den Vorwurf, für Schmidt wissentlich Werbung gemacht zu haben - im Gegenteil. Er sei falsch informiert worden.

Wählerunwille verhindern die Direktwahl

Der Urnengang parallel zur Bundestagswahl hatte vorher eine hohe Wahlbeteiligung versprochen. Genau daran waren bisher fast alle Landratswahlen in Brandenburg gescheitert: Seit die Direktwahl vor dreieinhalb Jahren eingeführt wurde, war die Wahlbeteiligung in sechs von sieben Abstimmungen so niedrig, dass keiner der vom Volk gewählten Landräte genug Stimmen auf sich vereinen konnte. Denn das so genannte Quorum sieht vor, dass ein siegreicher Kandidat von mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten gewählt wurde.

Eine Hürde, die bisher fast immer zu hoch war. Zuletzt musste in Teltow-Fläming wieder einmal der Kreistag ran, weil Kornelia Wehlan (Linke) gut 500 Stimmen zum Erreichen des Quorums fehlten.

Blick auf Seelow (dpa, Archivbild 2011)

Landratswahl in Märkisch-Oderland - Vier wollen nach Seelow gehen

Gleich zwei wichtige Posten dürfen die Wähler im Landkreis Märkisch-Oderland am Sonntag besetzen: Den des Bundestagsabgeordneten und den des Landrates. Für den Chefposten in Seelow stehen vier Kandidaten in den Startlöchern, darunter der Amtsinhaber, der zuletzt mit einem umstrittenen Wahlwerbespot für Wirbel sorgte.