
Kältehilfe wird ausgebaut - Mehr Schlafplätze für Obdachlose
500 Schlafplätze für Obdachlose wird es im kommenden Winter in Berlin geben. Das erklärte Sozialsenator Czaja am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Offenbar hat die Politik aus dem letzten kalten Winter gelernt. Von November bis März fehlten jede Nacht etwa 75 Schlafmöglichkeiten.
Berlin will im kommenden Winter mehr Schlafplätze für Obdachlose bereitstellen. Das sagte Sozialsenator Czaja heute im Abgeordnetenhaus. Auf 500 Schlafplätze soll das Angebot der Kältehilfe im Winter aufgestockt werden. Im letzten, sehr langen Winter gab es rund 75 Plätze zu wenig. Es hätten einfach keine passenden Räume organisiert werden können, erklärte Czaja.
In besonders kalten Nächten wären die Übernachtungsmöglichkeiten über 100 Prozent ausgelastet gewesen, so Sozialsenator Czaja. Auf durchschnittlich 422 Plätze kamen von November bis März pro Tag 470 Übernachtungen von Obdachlosen. In diesem Zeitraum läuft die von den Bezirken organisierte Kältehilfe.
Nach Czajas Angaben steigt der Bedarf an Notschlafplätzen in Berlin seit vier Jahren kontinuierlich an. Mittlerweile ist die Nachfrage auch im Sommer groß.
Mehr Angebote für obdachlose Frauen gefordert
Bereits im vergangenen Winter waren mehr Schlafplätze gefordert worden - und bessere Hilfsangebote für Frauen. Der Caritasverband wies darauf hin, dass es in Berlin nur neun Übernachtungsplätze gebe, die sich speziell an Frauen richteten, und 26 Plätze in Winterunterkünften. Wohnungslose Frauen seien aber viel unmittelbarer von Gewalt bedroht als Männer, hieß es.



