
Neue Verhandlungen möglich - Bewegung im Streit um angestellte Lehrer?
In den festgefahrenen Streit um die Gehälter der Berliner Lehrer kommt offenbar Bewegung. Bereits im Herbst könne es laut der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) neue Verhandlungen geben. Seit Monaten sind die Fronten zwischen der Lehrergewerkschaft GEW und Finanzsenator Nußbaum verhärtet. Der Senator beharrt darauf, dass die TdL zuständig sei.
Immer wieder kam es in den letzten Monaten an Berliner Schulen zu Unterrichtsausfall. Bis zu 3.000 angestellte Lehrer gingen auf die Straße, um für eine Angleichung ihrer Gehälter mit denen der verbeamteten Kollegen zu protestieren. Nun könnte in den Streit möglicherweise Bewegung kommen.
Noch im Herbst soll es Verhandlungen auf der Ebene der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) geben, schrieb deren Vorsitzender Jens Bullerjahn in einem Brief an Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos).
Bullerjahn will sich bei der TdL-Mitgliederversammlung für eine neue Runde einsetzen, wenn sich auch die Lehrergewerkschaft verhandlungsbereit zeige, heißt es in dem Schreiben. Landesbezogene Tarifverhandlungen, wie die Berliner Gewerkschaft GEW fordert, kämen dagegen nicht infrage.

Bestätigung für Nußbaum
Das Schreiben vom 10. September hatte Nußbaum seinem Sprecher zufolge am Dienstag an die Lehrergewerkschaft GEW weitergeleitet. Diese hatte den Berliner Senat zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Sie will eine tarifvertragliche Eingruppierung für die rund 9.000 angestellten Berliner Lehrer erreichen, die die Einkommensunterschiede zu verbeamteten Kollegen ausgleicht.
Nußbaum hatte immer betont, diese Verhandlungen könnten nur in der TdL geführt werden. Bullerjahn habe ihm dies in seinem Brief bestätigt, erklärte er nun. Vor diesem Hintergrund habe er kein Verständnis für die angekündigten Warnstreiks am 24. September und 21. Oktober.
Rund ein Drittel der Berliner Lehrer betroffen
Die TdL hatte zuletzt die Tarifverhandlungen für die angestellten Lehrer mit einem Plus von 5,6 Prozent abgeschlossen. Eine Regelung zur tariflichen Einordnung wurde aber nicht erzielt.
Von den rund 29.000 Berliner Lehrern sind etwa 9.000 angestellt, die anderen sind verbeamtet.


