Kind beim Essen (Bild: dpa)

Experten sprechen von neuem "Qualitätsbewusstsein" - Brandenburg bemüht sich um besseres Schulessen

Vor einem Jahr sorgten Viren auf Erdbeeren für Krankheitswellen in Schulen und Kitas in Ostdeutschland. Nun scheint bei der Qualität des Essens an Brandenburger Schulen ein Umdenken eingesetzt zu haben. Viele Lieferverträge werden neu ausgeschrieben - mit Qualitätsvorgaben.

In Brandenburgs Schulkantinen tut sich offenbar was. Nach Einschätzung von Experten hat sich die Qualität verbessert – nicht zuletzt als Reaktion auf die Vorfälle um virenverseuchte Erdbeeren vor einem Jahr.

Immer mehr Schulträger schreiben die Lieferung durch Caterer neu aus und machen dabei Vorgaben zur Qualität, erklärt die Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung, Maren Daenzer-Wiedmer. Sie äußerte sich anlässlich des Brandenburgischen Tags der Schulverpflegung am Mittwoch.

Erdbeeren in chinesischer Fabrik (dpa, Archivbild)
Der Skandal um verunreinigte chinesische Erdbeeren im Schulessen hat offenbar Eltern und Verantwortliche wachgerüttelt.

Eltern werden stärker mit einbezogen

Auch Eltern kümmerten sich aktiver ums Essen - und sie werden in Entscheidungen einbezogen, sagt Daenzer-Wiedmer. "Eltern sind zunehmend bereit, einen höheren Preis für gute Qualität zu zahlen."

Im vergangenen Jahr hatten verunreinigte Erdbeeren aus China massenhaften Brechdurchfall an Schulen und Kindertagesstätten in Ostdeutschland ausgelöst. Tausende Menschen erkrankten.

Die von Bund und Land finanzierte Vernetzungsstelle Schulverpflegung berät seit mehreren Jahren Schulträger, Schulen und Essensanbieter. Seit ihrer Existenz hätten die Schulen Fortschritte gemacht, sagte Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke).

100 Caterer versorgen Brandenburger Schulen

In Brandenburg sorgen überwiegend Caterer - um die 100 - für das Essen an Schulen. Die allermeisten Schulen im Land bieten auf diesem Weg warme Mahlzeiten an, doch gerade die älteren Schüler bevorzugen früheren Erhebungen der Vernetzungsstelle zufolge meist Essen etwa von Imbissen.

Auch in Potsdam wurde nach Angaben der Stadtverwaltung zuletzt viel über die Qualität der Schulspeisung diskutiert. Dabei ging es um den stärkeren Einsatz von regionalen und Bio-Produkten. In der Landeshauptstadt liegen die Preise für das jeweils kostengünstigste Schulessen an städtischen Schulen derzeit zwischen 2,00 Euro und 3,70 Euro.