Das Bettenhaus der Charite in Berlin (Bild: dpa)
Video: Abendschau | 21.10.2013 | Beitrag von Kathrin Zauter

Lange Suche nach Generalunternehmer - Sanierung der Charité wird 17,5 Millionen teurer

Endlich ist ein Baukonsortium gefunden, das die Sanierung des Bettenhauses der Berliner Charité übernimmt. Allerdings für 202,5 Millionen Euro - anstatt der ursprünglich geplanten 185 Millionen. Die Suche nach einem Generalunternehmer war schwierig, dabei ist das Haus für den ursprünglich im Herbst geplanten Umbau-Beginn bereits geräumt.

Kein einziges Baukonsortium war bereit, das Bettenhaus der Charité für die eigentlich vorgesehenen 185 Millionen Euro zu sanieren. Am Montag hat nun ein Generalunternehmer für 202,5 Millionen den Zuschlag des Aufsichtsrats der Klinik bekommen. Damit wird die Sanierung voraussichtlich 17,5 Millionen Euro teurer als geplant.

Gebaut werden kann dann ab Januar, erklärte Charité-Chef Einhäupl. Eigentlich sollte in diesen Wochen mit dem Umbau begonnen werden. Seiner Einschätzung nach ist die Verzägerung nicht gravierend und er hofft, dass die Zeit im Laufe des dreijährigen Umbaus wieder aufgeholt werden kann.

Der Vergabe an das Baukonsortium muss am Dienstag noch der Senat zustimmen und das Abgeordnetenhaus - voraussichtlich im November.

Der Berliner Charité-Vorstand Prof. Dr. Karl Max Einhäupl (Bild: DPA)
Charité-Chef Einhäupl bleibt angesichts der Verzögerungen gelassen.

Linken-Politiker fürchtet Einnahme-Einbußen

Die Verzögerungen könnten allerdings zu Einbußen bei den Einnahmen führen, weil während der Sanierung weniger Betten zur Verfügung stehen. Wenn die Bauarbeiten später beginnen und sich vielleicht auch die Fertigstellung verschiebt, hätte das unmittelbar Auswirkungen auch auf den Klinikbetrieb, so die Einschätzung des Linken-Haushaltspolitikers Steffen Zillich Anfang Oktober: "Dann bedeutet das, dass der Verlust der Charité größer wird und dass die Charité diesen Verlust an anderer Stelle auf Kosten der Patienten und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgleichen muss."

Die Erneuerung des 1982 eröffneten 21-stöckigen Bettenhochhauses ist das größte Bau- und Sanierungsprojekt in der Geschichte der Charité und soll drei Jahre dauern. Den größten Teil der dortigen Stationen sind für diese Zeit in einen viergeschossigen Interimsbau umgegzogen. Er besteht aus vorgefertigten Modulen und hat Platz für 339 Betten.

Mit Informationen von Ute Schuhmacher

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