Haasenburg Heim in Neuendorf am See (Quelle: dpa)

Nach Misshandlungsvorwürfen - Haasenburg-Kommission zieht Schlussstrich früher als erwartet

Die Kommission, die die Misshandlungsvorwürfe gegen die brandenburgischen Haasenburg-Heime untersucht hat, will ihren Abschlussbericht früher fertigstellen als zunächst angekündigt. Schon Ende Oktober soll der Bericht dem Jugendministerium in Potsdam zugehen. Welche Konsequenzen den Betreiber der Jugendheime erwarten, ist noch völlig offen.

Die Untersuchung der Misshandlungsvorwürfe gegen die Haasenburg-Heime in Brandenburg ist offenbar schneller abgeschlossen als erwartet. Die Kommission, die die Vorgänge in den Heimen überprüfen sollte, will ihren Abschlussbericht bereits Ende Oktober vorlegen. Er war zunächst für Dezember angekündigt worden.

"Wir sind ziemlich gut vorangekommen", sagte der Vorsitzende der Kommission, Martin Hoffmann, am Montag. Die Mitglieder hätten zahlreiche Gespräche mit ehemaligen Erziehern, Bewohnern und Vertretern der Haasenburg GmbH geführt. Zudem wertete die Kommission interne Protokolle der Firma aus.

Der umfangreiche Bericht werde dem Ministerium vorgelegt, so Hoffmann. Anfang November könnte er dann im Jugendausschuss des Landtages beraten werden. Zunächst müsse allerdings geprüft werden, was zum Schutz von Persönlichkeitsrechten in der Öffentlichkeit diskutiert werden könne.

Belegungsstopp in Müncheberg gilt weiter

Jugendministerin Martina Münch (SPD) hatte die Untersuchungskommission im Juni eingesetzt, um Vorwürfe gegen die Haasenburg GmbH zu klären. Demnach sollen in Einrichtungen Jugendliche seelisch und körperlich gequält worden sein. Auch die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen Erzieher und Heimbetreiber. Die Haasenburg GmbH weist die Vorwürfe zurück.

Für die Einrichtung in Müncheberg (Märkisch-Oderland) wurde ein Belegungsstopp bis Mitte Oktober verhängt. Nach Angaben aus Münchs Ministeriums gilt dieser jedoch bis auf Weiteres. "Es gibt keinen Automatismus, dass der Belegungsstopp endet", sagte Sprecher Stephan Breiding rbb online am Dienstag.

Sobald der Untersuchungsbericht dem Ministerium vorliege, werde dieser zunächst geprüft. "Es könnte sein, dass wir Anfang November in der Lage sind abzuschätzen, welche Konsequenzen notwendig sind", so Breiding.

In der Einrichtung Neuendorf am See (Dahme-Spreewald) darf die Haasenburg GmbH derzeit nur unter besonderen Auflagen neue Jugendliche aufnehmen. Das dritte Haasenburg-Heim in Jessern (ebenfalls Dahme-Spreewald) wurde vom Betreiber stillgelegt. "Die Haasenburg bleibt unter verschärfter Beobachtung", stellte Martina Münch Ende August klar.

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