Niedergelegte Blumen in der Gedenkstätte Sachsenhausen (Bild: dpa)

27 Häftlinge von der SS ermordet - KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert an Widerstand

Selbst in den Konzentrationslagern gab es Widerstand gegen die Nazis. In der Gedenkstätte Sachsenhausen wurden am Sonntag an 27 Häftlinge erinnert, die von der SS 1944 ermordert wurden, weil sie mit Kommunisten gegen das Hitler-Regime gekämpft hatten.

Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen hat am Sonntag an die Ermordung von 27 Häftlingen durch die SS vor 69 Jahren erinnert. Die drei französischen und 24 deutschen Männer waren am 11. Oktober 1944 in der "Station Z" des Konzentrationslagers als mögliche Mitglieder einer Widerstandsgruppe hingerichtet worden, teilte die Gedenkstätte in Oranienburg mit. Zu der Gedenkveranstaltung waren auch Gäste aus Frankreich angereist.

Anlass der Morde waren eine Rundfunk-Abhörstelle und im Lager hergestellte Flugblätter, die am 27. März 1944 von der SS in Sachsenhausen entdeckt wurden. Danach begann eine Sonderabteilung des NS-Reichssicherheitshauptamtes mit Untersuchungen, um die internationale Widerstandsorganisation im Lager zu zerschlagen.

Nach mehrmonatigen Ermittlungen und unter umfangreichem Einsatz von Spitzeln gelang der Kommission nur der Nachweis, dass von deutschen Kommunisten eine Solidaritätsaktion unter den Häftlingen organisiert wurde. Nach Abschluss der Untersuchungen wurden die 27 Häftlinge am Abend des 11. Oktober 1944 ermordet. 102 weitere Häftlinge wurden am 20. Oktober in das KZ Mauthausen überstellt.

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