Ein junger Mann neben einem Camping-Zelt an der HU Berlin hält ein Schild "Mein Haus, meine Uni, mein erstes Semester" hoch. (Bild: dpa)

Sieben Grundstücke in Berlin - Pläne für neue Studentenwohnheime werden konkreter

In Berlin zu studieren, weil der Wohnraum hier so günstig ist, war einmal: Inzwischen kosten selbst WG-Zimmer in der Innenstadt so viel, dass es ohne Zuschuss der Eltern oder Nebenjob nicht geht. Nun plant der Senat an mehreren Standorten neue Wohnheime.

Für den geplanten Neubau von Studentenwohnheimen hat der Berliner Senat sieben Grundstücke in verschiedensten Stadtteilen im Blick. Dort könnten insgesamt rund 600 Wohnplätze entstehen, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit.

So könnten zum Beispiel 50 Studenten am Theodor-Heuss-Platz in Charlottenburg unterkommen, wenn man den Parkplatz am Internationalen Studienzentrum Berlin (ISB) bebaut. Derzeit werde mit der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verhandelt.

Näher überprüft würden darüber hinaus sechs weitere Grundstücke in Neukölln, Reinickendorf, Wedding und Weißensee sowie im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Berlin mit bundesweit zweitschlechtester Versorgungsquote

Ins Auge gefasst werde ferner die Übernahme eines ehemaligen Internatsgebäudes am Coubertin-Gymnasium in Prenzlauer Berg, wo 120 Wohnplätze denkbar seien. Weitere 100 Studenten könnten möglicherweise in einem ehemaligen Hochschulgebäude in Lichtenberg wohnen.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte im April 5.000 zusätzliche Wohnheimplätze für den Akademiker-Nachwuchs zugesagt. Mit derzeit 9.500 Plätzen für insgesamt 160.000 Studenten hat Berlin die zweitschlechteste Versorgungsquote in Deutschland.

Zur Schaffung von studentischem Wohnraum sei prinzipiell auch eine Zusammenarbeit mit privaten Investoren denkbar, besonders beim Verkauf von Liegenschaften, die dem land Berlin gehören. Allerdings liegen die Mieten privater Anbieter meist deutlich über denen des Studentenwerks, teil der Senat mit.

So bezahlt man beim Studentenwerk derzeit 199 Euro Warmmiete im Monat für eine möblierte Wohnung, inklusive Strom, während die privaten Anbieter 350 Euro und mehr verlangen. Dieses Angebot richtet sich laut Senatsverwaltung aber nur an rund 20 Prozent der Studierenden, während sich die Angebote des Studentenwerks auch an diejenigen richten, die deutlich weniger zahlen können.

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