Archivbild: Die Tunnelbohrmaschine "Bärlinde" an der Baugrube zur Verlängerung der U5 (Quelle: dpa)

Geld reicht noch bis 2015 - Kanzler-U-Bahn wird 92 Millionen Euro teurer

Nur zwei Kilometer ist die geplante Tunnelstrecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor lang, doch wegen der hohen Kosten war die sogenannte Kanzler-U-Bahn stets umstritten. Nun ist klar, dass auch das bisher kalkulierte Budget für die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 nicht reichen wird.

Die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 zur Berliner "Kanzler-U-Bahn" wird voraussichtlich 92 Millionen Euro teurer als geplant. BVG-Sprecherin Petra Reetz bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht der "Berliner Morgenpost". Demnach könnten die Kosten für den U-Bahn-Bau durch die historische Mitte der Hauptstadt auf 525 Millionen Euro steigen. Bislang hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für die zwei Kilometer lange Tunnelstrecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor 433 Millionen Euro veranschlagt.

Tunnelbohrer "Bärlinde" bei den Bauarbeiten für die U5 in Berlin-Mitte (Foto: Imago)
Tunnelbohrer "Bärlinde" gräbt sich für die U5 durch den Berliner Untergrund.

Hafen zum Abtransport der Erde nicht einkalkuliert

"Diese Kalkulation stammt jedoch aus dem Jahr 1993", sagte Reetz. "Inzwischen ist das Projekt teurer geworden." Die Mehrkosten müssen dem Bericht zufolge der Bund und das Land Berlin tragen. Noch werde das Geld aber nicht gebraucht, sagte Reetz. "Bis 2015 werden die 433 Millionen Euro reichen." Verhandlungen über die Finanzierung werde es deshalb vorläufig noch nicht geben.

Die Mehrkosten entstehen der Sprecherin zufolge durch höhere Baukosten und gestiegene Sicherheitsanforderungen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit sei heute teurer als es 1993 abzusehen war. "Früher hat es quasi gereicht, ein Baustellenschild aufzustellen", sagte Reetz. "Heute erwarten die Bürger, dass sie viel umfassender über Bauprojekte informiert werden."

Zudem seien geplante Leistungen zuvor nicht mit eingerechnet worden. Als Beispiel nannte BVG-Chefin Sigrid Nikutta den drei Millionen Euro teuren Bau eines Logistikhafens an der Spree. Dieser sei notwendig, um die ausgehobenen Erdmassen aus dem Tunnel abzutransportieren.

Verlängerung der U5 soll 2019 fertig sein

Die U-Bahnlinie 5 wird gerade vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor verlängert. Drei neue Bahnhöfe entstehen. Am Brandenburger Tor soll die U5 an die Kanzlerlinie genannte U55 andocken, die über den Bundestag zum Hauptbahnhof führt. Täglich werden bis zu 155.000 Fahrgäste erwartet. Im Herbst 2019 soll alles fertig sein.

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Mit einem Gesamtgewicht von 700 Tonnen und einer Länge von 74 Metern ist der Tunnelbohrer "Bärlinde" ein wahrgewordener Bauarbeiter-Traum. Seit dem 20. Juni 2013 wird der "Riesen-Maulwurf" zum Ausbau der U5 eingesetzt.