Coffeeshop in Amsterdam, Quelle: imago

Drogenhandel im Görlitzer Park - Kreuzberger Stadtteilparlament tagt zum Coffeeshop

Es könnte der erste Coffeshop in Deutschland werden: Um dem Drogenhandel im Görlitzer Park das Wasser abzugraben, will Kreuzbergs grüne Bürgermeisterin den Verkauf von Drogen bei sich im Bezirk institutionalisieren. Die Unterstützung der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch scheint ihr sicher, allerdings gibt es noch rechtliche Hürden.

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), möchte bei sich im Bezirk einen Laden für den staatlich kontrollierten Verkauf von Drogen einrichten. Am Mittwoch beschäftigt sich die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit einem Antrag für einen solchen Coffeeshop. Dahinter verbirgt sich der Plan, dass der Bezirk Cannabis und Haschisch in einem Geschäft oder Ladenlokal selbst verkauft, um so den unkontrollierten illegalen Drogenhandel im Görlitzer Park einzudämmen.

Hanfparade für die Legalisierung von Cannabis (Quelle: dpa)
Die Hanfparade fordert eine generelle Legalisierung von Cannabis.

In dem geplanten Coffeeshop müssten die Kunden nachweisen, dass sie älter als 18 sind. Zudem sollen medizinisch geschulte Mitarbeiter und Sozialarbeiter die Kunden in Augenschein nehmen und ihnen Unterstützung anbieten. Auch die im Stadtteilparlament vertretenen Piraten unterstützen den Antrag der Bezirksbürgermeisterin, und somit hat er gute Chancen auf Erfolg.

Dennoch hat das Projekt noch hohe Hürden vor sich, bis es realisiert werden kann. Denn das Verbot für den Verkauf und Kauf von Cannabis gilt in Deutschland grundsätzlich auch für Behörden. Um dennoch einen Coffeeshop einrichten zu können, müsste der Bezirk beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel eine Ausnahmeregelung beantragen.

Czaja lehnt einen Coffeeshop kategorisch ab

Der Berliner Senat lehnt derweil die Einrichtung von Coffeeshops ab. "Der Senat sieht darin keine Maßnahme, den Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel im Görlitzer Park
einzudämmen", sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) Anfang November im Abgeordnetenhaus. "Ich halte dieses Vorhaben für unrealistisch und falsch", betonte Czaja. "Cannabis ist keine harmlose Substanz."

Zudem könne eine Ausnahme vom zuständigen Bundesamt nur zugelassen werden, wenn ein entsprechendes öffentliches Interesse daran bestehe. Dieses liege hier aber nicht vor, so der Gesundheitssenator.

  • Wie ist die Ausgangslage am Görlitzer Park?

  • Wie reagiert bisher die Berliner Politik?

  • Welche rechtlichen Hürden für Coffeeshops gibt es?

  • Was ist legal, was nicht?

  • Ihre Meinung ist gefragt

Mehr zum Thema

Monika Herrmann bei Infoveranstaltung über geplanten Coffeeshop (dpa, 29.10.2013)

"Unrealistisch und falsch" - Czaja lehnt Coffeeshops in Kreuzberg kategorisch ab

Nicht mehr in dunklen Ecken im Görlitzer Park, sondern offiziell im Coffeeshop: So sollen Konsumenten nach der Vorstellung der grünen Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg an ihr Cannabis kommen. Doch der Widerstand gegen das Projekt steigt im Senat merklich. Gesundheitssenator Czaja (CDU) fürchtet gar einen neuen Haschtourismus nach Berlin.