
Wohnungsnot in Berlin - Studierende demonstrieren für mehr bezahlbaren Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum in Berlin ist knapp. Rund 1.500 Studierende warten derzeit auf einen Wohnheimplatz, während die Mieten für WG-Zimmer weiter steigen. Am Freitag setzten Studierende ihren Protest gegen diesen Missstand vor dem Roten Rathaus fort. Am Vortag hatte Bildungssenatorin Scheeres (SPD) in Reaktion auf eine Demonstration mitgeteilt, man habe dem Studentenwerk Grundstücke angeboten.
Vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte haben Studierende am Freitag ihre bundesweite Protestaktion gegen Wohnungsmangel fortgesetzt. Am Nachmittag eröffneten sie dort ein Wohnheim unter freiem Himmel. Die Protestierenden kritisieren, dass es kaum noch für sie bezahlbaren Wohnräum gebe. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft koste durchschnittlich 300 Euro. Im Bafög sind dafür aber nur 220 Euro vorgesehen. Nach Angaben des Studentenwerks warten derzeit noch etwa 1.500 Studienanfänger auf einen Platz in einem Wohnheim.
Bereits am Donnerstagabend hatten hunderte Studierende gegen die anhaltende Wohnungsnot in der Hauptstadt protestiert. Vom Breitscheidplatz waren die Studentinnen und Studenten zur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gezogen, um ihrer Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum Nachdruck zu verleihen. Die Demo war der Auftakt zu einer bundesweiten Aktionswoche gegen steigende Mieten. Denn nicht nur in Berlin werden Wohnungen immer teurer – auch in anderen Hochschulstädten wird die Wohnungssuche zum Problem.
Wohnheime sind zu fast 98 Prozent ausgelastet
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) reagierte am Donnerstag in der Sitzung des Abgeordnetenhauses auf die Studentenproteste und teilte mit, das Land habe dem Studentenwerk 26 Grundstücke angeboten. Fünf davon würden derzeit näher in Betracht gezogen. Wann dort neue Wohnungen gebaut werden, ist jedoch unklar.
Bereits Anfang Oktober hatten landeseigene Wohnungsunternehmen angekündigt, im Laufe des Wintersemesters 500 zusätzliche Wohnungen bereitzustellen. Doch auch dies ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Rund 1.500 Studierende warten derzeit auf einen Wohnheimplatz. Das
Studentenwerk biete derzeit 9456 Wohnplätze an, sagte Scheeres. Die Zimmer seien zu 97,7 Prozent ausgelastet.



