Das Schulamt in Eberswalde (Bild: Eberswalde Wiki)

Behörden sollen zusammengelegt werden - Brandenburg will weniger Schulämter

Zwei von sechs Schulämtern in Brandenburg sollen schließen. Das sehen die Pläne vor, die das Bildungsministerium am Dienstag vorlegte. Danach droht den Ämtern in Eberswalde und Wünsdorf die Schließung. Die Beschäftigten der Schulämter, Lehrer und Eltern fürchten jetzt noch weitere Wege als bisher - und mehr Bürokratie.

Das Land Brandenburg plant seine Zukunft - und in der wird es weniger Einwohner haben. Also werden Verwaltungen und Behörden zusammengelegt. Dazu hat nun auch das Bildungsministerium seine Pläne öffentlich gemacht: Von derzeit sechs Schulämtern im Land sollen ab Herbst 2014 nur noch vier übrig sein, und zwar in Neuruppin, Brandenburg an der Havel, Cottbus und Frankfurt (Oder). Ein neuer Hauptsitz soll die vier Ämter von Potsdam aus steuern.

Die Schließung droht zum Beispiel dem Schulamt in Eberswalde. Für den ganzen Raum Barnim und die Uckermark wäre dann der Standort in Frankfurt (Oder) zuständig. Auch der Standort Wünsdorf soll gestrichen werden. Von Teltow-Fläming aus müssten die Bürger dann vermutlich nach Brandenburg (Havel) fahren.

Elternrat kritisiert große Distanz zu Beratenden

Die Beschäftigten fürchten jetzt stundenlange Wege mit Zug oder Auto zur Arbeit. Und im Schulamt selbst fürchtet man, dass Lehrer wegen der langen Anfahrt zur Behörde freigestellt werden müssen – und damit der Unterrichtsausfall noch größer wird. Das Schulamt Eberswalde hat deswegen sogar einen Protestbrief an den Ministerpräsidenten geschrieben.

Die Eltern befürchten außerdem, dass die neue "Zwischenbehörde" in Potsdam nur neue Bürokratie schaffen wird, wie Wolfgang Seelbach vom Landesrat der Eltern in Brandenburg dem rbb sagte.

Es gebe Konflikte in der Schule, die schulintern nicht gelöst werden könnten, sagte Seelbach. Dann brauche man die Schulaufsicht und die Schulräte, die in der Lage seien, solche Konflikte zu bewältigen. Wenn die Eltern die Schulräte nicht kennen würden, sei das schon jetzt ein großes Problem. Es werde noch größer, wenn die Anzahl der Standorte verringert werde.

Das Bildungsministerium hält dagegen, die Schulaufsicht werde durch die neue Verwaltungsstruktur effizienter. Außerdem ließen sich viele Probleme in der Schule schon heute auch ohne persönlichen Besuch im Amt lösen, erklärte Ministeriumssprecher Stephan Breiding im rbb: "Wir leben ja im Zeitalter der Neuen Medien, das bedeutet, dass ein Großteil der Kommunikation ja heute schon über Telefon und Mail funktioniert. Auch Dokumente, die man braucht, kann man runterladen im Internet."

Trotzdem, das Amt lenkt ein: Eine zusätzliche kleine Beratungsstelle soll nördlich von Berlin eingerichtet werden.

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