Archivbild: Leerstehende Hochhäuser werden in Frankfurt (Oder) abgerissen (Quelle: dpa)

Leerstand in Brandenburg - Auch die Kleinen bekommen nun Geld für den Rückbau

Leerstehende Häuser und Wohnungen sind in vielen Regionen Brandenburgs ein großes Problem. Besonders unbeliebt: die alten DDR-Plattenbauten. In größeren Städten wie Schwedt oder Cottbus wurden sie bereits in ganzen Blöcken abgerissen. Nun profitieren erstmals auch kleinere Gemeinden von der Förderung des Landes für den sogenannten Rückbau.

Für den Rückbau von leerstehendem Wohnraum in kleinen Städten stellt Brandenburgs Bauministerium bis 2018 zehn Millionen Euro zur Verfügung. Das teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Der demografische Wandel und die Abwanderung machen sich in vielen Gemeinden Brandenburgs durch leerstehende Plattenbauten bemerkbar. Bisher galten die Stadtumbau-Programme vor allem größere Städte wie Cottbus und Schwedt. Nun konnten sich auch Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern mit einem Rückbau-Konzept um Föderung bewerben. Zum Zuge kommen nach der ersten Antragsrunde nun 15 Städte. Das Fördervolumen von zehn Millionen Euro reicht nach Angaben des Bauministeriums aus, um insgesamt rund 2.500 Wohnungen abzureißen.

Seit 2002 wurden 60.000 Wohnungen in Brandenburg abgerissen

Im Vergleich zu dem Volumen für die größeren Städte ist das nicht viel: Seit 2002 sind in Brandenburg rund 60.000 Wohnungen abgerissen worden, die Kosten hierfür beliefen sich auf rund 210 Millionen Euro.

In den vergangenen Jahren konnte der Leerstand in den größeren Städten allerdings durch Rückbau erfolgreich gemindert werden, so Bauminister Jörg Vogelsänger (SPD). Dort ist der Rückbau seit 2010 sogar zurückgegangen, so dass das frei werdende Geld  in die bisher vernachlässigten kleinen Gemeinden gesteckt werden kann.

Eine der Gemeinden, die nun Födermittel bekommt, ist Rüdersdorf bei Berlin. Hier sollen in jeweils zwei Stadtteilen zwei Plattenbau-Blöcke abgerissen werden, das betrifft insgesamt 170 Wohnungen. Rüdersdorf hat in den vergangenen Jahren durchaus Zuzug erlebt. "Aber eben nicht in die Plattenbauten", so Bürgermeister André Schaller gegenüber rbb online. Der frei werdende Platz soll nun genutzt werden, um die Lebensqualität rund um die noch bestehenden Plattenbauten zu erhöhen.

Bei der Unterstützung für die kleineren Gemeinden handelt es sich allerdings nur um eine einmalige Förderung. Denn das Bauministerium erwartet, dass sich 2017/2018 der Leerstand auch in den großen Städten wieder erhöhen wird. Dann wird dort wieder mehr Geld für den Rückbau gebraucht.

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