"Anarchie-Schriftzug an einer Hauswand (Quelle: dpa)

Fast 900 Fälle in Berlin - Linksextreme begehen mehr Straftaten

Die meisten Straftaten von Linksextremen in Berlin richten sich gegen Rechtsextreme. 2013 ist die Zahl der Gewalttaten deutlich angestiegen. Das dürfte vor allem mit den Wahlen und dem Asylbewerberheim in Hellersdorf zu tun haben.

Die Zahl linksextremistischer Straftaten in Berlin hat im laufenden Jahr deutlich zugenommen. Bis November registrierte die Polizei 898 Taten wie Körperverletzungen, Angriffe auf Polizisten, Brandstiftungen oder Sachbeschädigungen, wie Polizeipräsident Klaus Kandt am Montag im Innenausschuss sagte.

Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 828 Taten. Allein bei den Gewalttaten gab es einen Anstieg von 201 auf 243.

In Wahljahren gebe es in diesem Bereich regelmäßig Zunahmen, sagte ein Polizeisprecher. Viele Taten in diesem Jahr seien zudem bei Auseinandersetzungen oder Demonstrationen wegen eines Flüchtlingsheims in Marzahn-Hellersdorf oder des Flüchtlingscamps in Kreuzberg verübt worden.

Die meisten Taten richteten sich gegen Rechtsextreme

Von den Gewalttaten der Linksextremisten richteten sich 107 gegen Rechtsextreme oder Neonazis (2012: 43). 151 Mal (148) waren Polizisten der Gegner, und in 51 Fällen (48) ging es um die sogenannte Umstrukturierung der Stadt, also um Mieterhöhungen oder Neubauprojekte.

Von allen Taten waren 347 (206) gegen Rechtsextreme gerichtet. In 271 Fällen (245) waren Polizisten oder die Polizei das Objekt des Angriffs. 212 Aktionen zielten gegen die Umstrukturierung.

Die Facebook-Seite "Nein zum Heim in Gransee" (Quelle: Screenshot)

Rechte "Bürgerinitiativen" gegen Brandenburger Asylbewerberheime - Das wird man ja wohl noch sagen dürfen

Sie tarnen sich als harmlose "Bürgerinitiativen" und wettern gegen Asylbewerberheime - in Pätz, Gransee, Friesack oder Bad Belzig. Doch hinter den Facebook-Seiten stecken Rechtsextreme, die zum Teil vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Vor den Landtagswahlen im kommenden Jahr versuchen sie, Bedenken gegen neue Unterkünfte gezielt für sich zu nutzen. Bei der Bevölkerung aber haben sie damit kaum Erfolg.