Ein Mann bereitet in einem niederländischen Coffeeshop einen Joint bestehend aus Blättchen, Tabak und Marihuana zu. (Quelle: dpa)

BerlinTrend Dezember 2013 - Kontrolliertes Kiffen - Berliner sind uneins

Friedrichshain-Kreuzberg will einen Coffeeshop, um das Drogenproblem am Görlitzer Park zu bekämpfen - doch wie kommt die Idee eigentlich in ganz Berlin an? Der BerlinTrend zeigt: Jeder zweite Berliner ist dagegen, aber auch fast jeder zweite ist dafür. Gefragt wurde auch nach der Zufriedenheit mit dem Senat. Vor allem junge Leute finden dessen Arbeit gut.

Der Vorschlag des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, künftig die kontrollierte Abgabe von Haschisch in Coffeeshops zu ermöglichen, wird mehrheitlich abgelehnt. Das ist das Ergebnis des BerlinTrends, den infratest dimap im Auftrag von rbb und Berliner Morgenpost ermittelt hat.

49 Prozent lehnen den Plan ab. 45 Prozent der Befragten aber finden, dass diese Idee in die richtige Richtung geht.

Unterstützung findet Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) dabei im eigenen Lager: 70 Prozent der Grünen-Anhänger befürworten den Plan, mit legaler Abgabe weicher Drogen kriminellen Dealern den Boden zu entziehen. Auch bei den Linken ist eine Mehrheit für die Idee von Coffee-Shops (55 Prozent).

Die SPD-Wähler sind unentschieden (47 Prozent) sind dafür, 47 Prozent dagegen. Nur unter den Sympathisanten der CDU hat das Vorhaben des Bezirks keine Chance. Mit 64 Prozent sind fast zwei Drittel der Unions-Wähler gegen Coffee-Shops, ein Drittel (32 Prozent) ist dafür.

Nach Bildungsniveau betrachtet sind Berliner mit Abitur eher bereit, ein solches Experiment in der Drogenpolitik zu versuchen als Bürger mit niedrigerem Schulabschluss. Insgesamt genießt die Idee der kontrollierten Abgabe unter jungen Berlinern mehr Sympathie als unter den Älteren.

Sonntagsfrage: CDU überholt SPD

In der Wählergunst der Berliner führt die CDU vor der SPD, und zwar im Osten wie im Westen der Stadt.

Wenn am kommenden Sonntag Wahl zum Abgeordnetenhaus wäre, würden insgesamt 29 Prozent der Befragten CDU wählen, gefolgt von der SPD mit 26 Prozent. Damit hat sich der Trend im Vergleich zur vorigen Umfrage umgekehrt, als die SPD noch vorn lag.

In den Ostbezirken aber liegt mit 26 Prozent wieder die Linke an der Spitze. Auch hier also ein Wechsel im Vergleich zur vorigen Umfrage, bei der ebenfalls noch die SPD vorn lag. In Berlin insgesamt hat die Linke die Grünen (16 Prozent) überholt und kommt mit 17 Prozent auf Platz 3. Die Piraten würden mit nur 3 Prozent Zustimmung wieder aus dem Abgeordnetenhaus ausscheiden.

Ein Viertel der Befragten kennt Henkel nicht

Die Arbeit des Senats wird von den Befragten eher kritisch eingeschätzt. Mit deutlicher Mehrheit von 61 Prozent sind sie wenig oder gar nicht mit dem Senat zufrieden. Im Osten ist die Unzufriedenheit dabei noch größer als im Westen.

Zufrieden mit der Senatsleistung sind vor allem junge Menschen, und zwar 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat zwar an Zustimmung hinzugewonnen, 37 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, aber 60 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Sein Stellvertreter, Innensenator Frank Henkel (CDU), kann ähnliche Zustimmungswerte verzeichnen: 35 Prozent der Befragten sind mit ihm zufrieden. Ein Viertel der Befragten kennt Henkel jedoch überhaupt nicht.

Außerdem wurde gefragt, ob es für die Stadt eher von Vorteil oder von Nachteil ist, wenn Deutschland von einer Großen Koalition aus CDU und SPD regiert wird. 43 Prozent der Befragten meinen, das wäre zum Vorteil Berlins. 34 Prozent befürchten dagegen eher Nachteile

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