
Milieuschutz für Wohnungen geplant - Artenschutz für Prenzlauer Berg
Alteingesessene Mieter werden verdrängt, Wohnungen immer teurer: Der Gentrifizierung in Prenzlauer Berg will der Berliner Bezirk Pankow jetzt entgegentreten. Nach einem Pressebericht soll der Stadtteil im kommenden Frühjahr unter Milieuschutz gestellt werden - Luxussanierungen wären dann nicht mehr ohne weiteres möglich.
Als Antwort auf explodierende Wohnungspreise und Luxussanierungen in Berlin will der Stadtbezirk Pankow offenbar weite Teile des Prenzlauer Bergs unter Milieuschutz stellen.
Laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" vom Montag soll der Stadtteil bereits im Frühjahr 2014 unter "soziales Erhaltungsrecht" gestellt werden. Darunter fallen dem Bericht zufolge rund 45.000 Wohnungen am Kollwitz- und Helmholtzplatz, im Bötzow- und Winsviertel sowie am Teutoburger Platz. Das Gebiet soll laut der Zeitung einen Bereich innerhalb des S-Bahnrings zwischen Torstraße, Schwedter Straße und Am Friedrichshain betreffen.
Für Hauseigentümer würde das einige Einschränkungen bedeuten: Wohnungen dürften laut dem Bericht nicht mehr so umgebaut werden, dass sie "eine überdurchschnittlich luxuriöse Ausstattung" bekommen. Das umfasse etwa den Einbau eines zweiten Badezimmers, einer Fußbodenheizung oder eines Innenkamins. Auch dürften kleine Wohnungen nicht mehr zu einer großen zusammengelegt und in Wohnhäusern Ferienwohnungen betrieben werden.

"Erheblicher Verdrängungsdruck"
Der Milieuschutz hat seine rechtliche Basis im Baugesetz. Könne erheblicher Aufwertungs- und Verdrängungsdruck nachgewiesen werden, so zitiert die Zeitung den Pankower Stadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Grüne), könnten Kommunen Erhaltungssatzungen beschließen. Diese Tendenzen seien im Prenzlauer Berg ausgeprägt. Kirchner kündigte an, die Entwicklungen auch in anderen Pankower Stadtteilen wie Weißensee zu prüfen.
Der Prenzlauer Berg gilt in Berlin als Musterbeispiel für die sogenannte Gentrifizierung. Früher eines der bekanntesten Szene- und Künstlerviertel bundesweit, wird der Stadtteil mittlerweile vielfach von jungen Familien mit guten bis sehr guten Einkommen in luxussanierten Eigentumswohnungen bewohnt.


