Sprachförderung in Kindertagesstätte (Quelle: dpa)
Abendschau | 21.01.2014 | Heike Bettermann

Senat verschärft Regeln zur Sprachförderung - Berliner Kinder müssen früher zum Sprachtest

Sicherheit in der deutschen Sprache gilt als wesentliche Voraussetzung für den Bildungserfolg von Schulkindern. Berlin will deshalb seine Sprachförderung in den Kitas ausbauen - und damit auch die zwei Prozent aller Berliner Kinder erreichen, die keine Kita besuchen.

Berliner Kinder müssen künftig früher zum Sprachtest. Vom Sommer an werden sie bereits mit vier Jahren auf ihre Sprachkompetenz getestet, kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Dienstag an. Bisher geschah dies mit viereinhalb Jahren: Bei den meisten Kindern testen die Kitas. Bei Kindern, die keine Kita besuchen, lädt das Schulamt zum Test ein. 

Durch den vorgezogenen Test könnten alle Kinder vor dem Schulbesuch noch intensiver eineinhalb Jahre in ihrer Sprachentwicklung gefördert werden, erklärte Scheeres.

Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) (Bild dpa)
Bildungssenatorin Scheeres will alle Berliner Kinder bei den Sprachtests sehen

Sprachförderung wird ausgeweitet

Der Senat beschloss auf Vorlage von Scheeres zudem, das Bildungsprogramm für die Kitas und das sogenannte Sprachlerntagebuch, das in Kitas geführt wird, bis 2015 zu überarbeiten.

Außerdem soll die Sprachförderung für Kinder, die keine Kita besuchen, von drei auf fünf Stunden am Tag erhöht werden. Dafür investiert Berlin noch einmal 1,5 Millionen Euro im Jahr. Insgesamt fließt jährlich rund eine Milliarde Euro in die Kita-Betreuung.

Das seit 2004 geltende Bildungsprogramm in den Kitas zeige gute Erfolge, sagte Scheeres. So sei der Sprachförderbedarf der Viereinhalbjährigen von 17,1 Prozent in 2010 auf 15,8 Prozent in 2013 gesunken. Immerhin 36,7 Prozent dieser 4.684 Förderkinder sind deutscher Herkunft, 63,3 Prozent haben ausländische Wurzeln.

Insgesamt besuchten bereits 98 Prozent aller Berliner Kinder im Vorschulalter eine Kita. Wichtig sei jedoch, auch die anderen einzubeziehen, betonte die SPD-Politikerin.

Unwilligen Eltern droht hohes Bußgeld

Von 2.222 im vergangenen Jahr zum Spracherfassungstest eingeladenen Nicht-Kita-Kindern fielen nach Angaben der Senatsverwaltung rund 520 durch den Rost, weil die Eltern sie entweder nicht zum Sprachtest oder anschließend nicht in die Förderstunden brächten.

Hier wollen Senat und Bezirke in Zukunft stärker nachhaken: Zunächst sollen Gespräche mit den Eltern geführt werden. Wenn das nicht fruchte, biete das neue Schulgesetz auch die Möglichkeit von Bußgeldern - bis maximal 2.500 Euro. Als letzte Maßnahme bleibe die Einschaltung von Jugendämtern und Familiengerichten.