Das Bettenhaus der Charite in Berlin (Bild: dpa)

Berlins neue Großbaustelle - Sanierung des Charité-Bettenhochhauses beginnt

Berlin ist Anfang des Jahres um eine Großbaustelle reicher geworden: In Mitte hat die Charité die Sanierung des altersschwachen Bettenhochhauses gestartet. Ein Stuttgarter Baukonzern wird als Generalunternehmer für das 200-Millionen-Euro-Projekt verantwortlich sein. Von Jan Menzel

Das gelbe Firmenschild hat die Baufirma schon aufgestellt. Ein Bagger steht bereit, ein Lastwagen lädt Sand ab. Rund um das Bettenhochhaus haben die Bauarbeiten begonnen. Jahrelang wurde geplant, zuletzt gab es monatelange Verzögerungen bei der Suche nach einen Unternehmen, dass das Projekt zum Festpreis abwickelt.

Doch nun sei das wichtigste Vorhaben der Charite auf einem guten Weg, versichert Klinikchef Karl-Max Einhäupl: "Wir bleiben dabei, wie wir das immer gesagt haben, dass wir im Jahr 2016 das Bauwerk vollenden wollen." Wie der Vorstand der Universitätsklinik weiter mitteilte, sollen die Verträge mit den ausführenden Firmen am Dienstag kommender Woche unterzeichnet werden. Das Hochhaus ist bereits leergeräumt.

Den Zuschlag erhielten nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren 2012 der Baukonzern Züblin und der Krankenhausdienstleister Vamed.

Kostensteigerungen sollen vermieden werden

Nicht nur im Zeitplan will der Klinikvorstand bleiben - auch im Kostenrahmen. Vereinbart ist ein Festpreis von rund 203 Millionen Euro. Der würde sich allerdings ändern, wenn Unvorhergesehnes eintritt, beispielsweise Schadstoffe in größerem Umfang gefunden werden oder das Hochhausinnere überraschenderweise in einem schlechterem Zustand als erwartet ist. Davon geht Klinikdirektor Matthias Scheller aber nicht aus: "Wir haben sehr detaillierte Bauplanungen durchgeführt. Außerdem haben wir auch unsere interne Mannschaft darauf eingeschworen, dass wir keine Änderungen zu diesen Plänen vornehmen werden."

Auch damit sollen Kostensteigerungen im laufenden Bauprozess vermieden werden. Als Positivbeispiele führt die Charité den Neubau eines Großlabors und einer Ausbildungsklinik in den vergangenen Jahren an. Beide Projekte waren rechtzeitig fertig und wurden nicht teurer als geplant.

Den Patienten wird das neue Bettenhochhaus deutlich mehr Komfort bieten. Zwei-Bett-Zimmer sollen künftig Standard sein. Die Bäder werden größer und moderner, alle Betten sind künftig elektrisch verstellbar. 15 OPs werden ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht, ebenso die Rettungsstelle. Und im Stadtbild wird das Bettenhochhaus nach der Sanierung Turm mit leuchtend-weißer Fassade sichtbar sein.

Die Charité ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt

Die Charité ist Europas größtes Uniklinikum. Mit fast 13.000 Mitarbeitern an vier Standorten ist sie auch einer der großen Arbeitgeber Berlins. Exzellent in der Forschung, bereiteten dem Klinikum aber immer wieder seine maroden Altbauten Probleme. Zuständig für die Finanzierung der Charité ist das Land Berlin. Für die Jahre 2014 bis 2017 hat es seiner Uniklinik 767 Millionen Euro Zuschuss zugesagt.

Beitrag von Jan Menzel

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