Siegerentwurf für Alex-Hochhaus vorgestellt -
Die neue Krone für Ostberlin
Er soll ein Abschied von der Vergangenheit sein: Der neue Wohnturm am Alexanderplatz. Nun steht fest, wie er aussehen soll - und er unterscheidet sich deutlich vom Masterplan, den Star-Architekt Hans Kollhoff einst für die Zukunft des "Alex" entwickelt hat. Dessen Idee vom Wolkenkratzer-Kiez ist wohl passé - und doch wird Kollhoff weiter mitreden dürfen. Von Sebastian Schöbel-Matthey
An diesen Worten wird man es messen müssen, das neue Hochhaus am Alexanderplatz: "Ein neues Wahrzeichen" für die City Ost will der US-Investor Hines bauen, mit einem "neuen Wohntypus" verteilt auf 150 Meter Höhe. So jedenfalls drückt es Hines-Sprecher Christoph Reschke an diesem Montagmorgen aus. Seine Signalwirkung entfalten soll das Hochhaus durch die Hand von Star-Architekt Frank Gehry, dessen Entwurf den Architekturwettbewerb zum Projekt gewonnen hat.
Die drei Entwürfe (li. nach re.): Kleihues + Kleihues, der Gewinner Gehry Partners LLP, Barkow Leibinger
Die kleeblättrige Schachtelschraube
Es ist eine Art invertierte Schachtelschraube, die sich der gebürtige Kanadier Gehry ausgedacht hat: Auf einem Sockel sitzen leicht verdreht voneinander zwei weitere Blöcke, das Gebäude hat den Grundriss eines Kleeblattes. Wie ein Leuchtturm blickt das Hochhaus damit über die Dächer der Stadt in alle Richtungen. Der "markante Turm", wie ihn Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bereits nennt, soll die Struktur der angrenzenden Karl-Marx-Allee mit ihren Zuckerbäckerfassaden aufnehmen und gleichzeitig den Abschluss der berühmten Magistrale bilden. "Der Entwurf von Gehry hat einerseits eine ausdrucksstarke Form und eine für diesen Standort ungewöhnlich exzentrische, neuartige Formsprache", lobt Lüscher. "Und doch strahlt seine Fassade eine angenehme Ruhe aus." Zudem füge sich der Entwurf gut in seine Umgebung ein und "vermittelt am besten den Aspekt des großstädtischen Wohnens".
Da muss er hin: Lüscher und Reschke stellen den Hochhaus-Entwurf vor.
Exklusive Wohnlage, exklusive Preise
Rund 300 Eigentumswohnungen und ein Designhotel sollen auf 39 Stockwerken einmal Platz finden. 250 Millionen Euro will Hines sich das Projekt kosten lassen. Noch bis Ende des Jahres sollen die Innenarchitektur und der Zuschnitt der Wohnungen geplant werden, ab 2015 könnten dann die Bauarbeiten beginnen. Geplant ist eine Bauzeit von zweieinhalb Jahren.
Billig werden die Wohnungen sicherlich nicht, kündigt Reschke vorsichtshalber schon einmal an, ohne aber Preise zu nennen. Aber dafür sei die Lage eben auch exklusiv und mittendrin. Dass sich die zukünftigen Mieter der Luxusobjekte vom regelmäßigen Krach auf dem Alex gestört fühlen könnten, glaubt er nicht. "Wer in Mitte wohnen möchte, tut das, weil dort das Leben pulsiert, nicht, weil es ruhig ist."
Das Modell zeigt den Alexanderplatz und wie er laut Masterplan von Kollhoff bebaut werden soll. Das zweite Gebäude von links wird nun umgesetzt: Der Hines-Tower.
Drei Entwürfe hatten es in die letzte Runde des Architekturwettbewerbs geschafft: Von den Architektenbüros Kleihues + Kleihues, Gehry Partners und Barkow Leibinger.
Der Gewinner: Der Entwurf von Star-Architekt Frank Gehry.
Gegeneinander verdrehte Blöcke sind das Markenzeichen des Entwurfs.
Die Fassade soll aus Naturstein werden und wird sich damit vor allem am Berolina- und Alexanderhaus orientieren.
300 Eigentumswohnungen und ein Designhotel sollen hier auf 48.000 Quadratmetern Platz finden.
So könnte eine der Wohnungen aussehen.
Von 40 Quadratmetern bis Penthouse-Apartments soll alles dabei sein.
Der Turm als Modell. Die Namenssuche ist eröffnet: Hines-Tower, Gehry-Turm, oder unser persönlicher Favorit "invertierte Schachtelschraube" (Trademark).
Platz 2: Der Entwurf von Kleihues + Kleihues (Berlin)
Der Blick auf das Gebäude von der Karl-Marx-Allee ...
... und eine Detailansicht der Fassade.
Unmittelbar neben dem Saturn-Kaufhaus am Alexanderplatz soll das Wohnhochhaus stehen - und nach den Vorstellungen von Kleihues so nachts strahlen.
Platz 3 geht auch nach Berlin: Der Entwurf von Barkow Leibinger.
Auch hier sind verschiedene Kasten-Module zu erkennen.
Etwas Besonderes ist der Hines-Turm schon jetzt, auch als Entwurf auf Papier: Schließlich wird er das erste Hochhaus von zehn sein, das Star-Architekt Hans Kollhoff vor gut zehn Jahren dem Alexanderplatz in seinem Masterplan verordnet hat. Passiert ist seitdem allerdings nichts, Investoren schreckten jahrelang vor der Herausforderung zurück, der Plan gilt inzwischen als kaum noch realisierbar. Kollhoff selbst hatte nach viel Kritik selbst einen Entwurf im Wettbewerb eingereicht, war aber in der ersten Runde gescheitert. Nun wird wohl ausgerechnet das erste neue Hochhaus am Alex auch das Ende seines ursprünglichen Masterplans einläuten.
Wer ist Gehry?
Frank O. Gehry zählt weltweit zu den Superstars der Architekten. Er wurde 1929 in Kanada geboren und entstammt einer jüdischen Familie. Nach konventionellen Anfangsjahren entwickelte er seit den 80er Jahren eine eigene Formensprache: Seine Bauten sind oft waghalsig aus Einzelblöcken zusammengesetzte Gebäude voller Brüche, Risse und schiefer Ebenen.
Bye-bye, Chicago!
Zwar habe man mit dem Sockelbau des Turms eine Idee Kollhoffs übernommen, so Senatsbaudirektorin Lüscher. Auch die Höhe von 150 Metern bleibt erhalten. Doch schon die Fassade – die Kollhoff eher an die amerikanischen Wolkenkratzer der 20er und 30er Jahre angelehnt hatte – wird anders aussehen. Neuer. Moderner. Dynamischer. Worte, die Lüscher so nicht in den Mund nimmt, obwohl es längst kein Geheimnis mehr ist, dass die Schweizerin wenig von Kollhoffs ursprünglichen Masterplan hält. "Der Bebauungsplan definiert nicht die Architektur", sagt sie heute diplomatisch.
Hines-Turm ist mit Kollhoffs Plan kompatibel
Außerdem sei der Turm von Investor Hines durchaus "anschlussfähig". Soll heißen: Das neue Hochhaus schließt keine weiteren 150-Meter-Türme in der Nachbarschaft aus, Kollhoffs zentrale Idee einer neuen City Ost sei weiter machbar. Nur wie viele Hochhäuser es werden und wo sie stehen, das hat Lüscher längst zur Diskussion gestellt. Dass sie ikonische DDR-Bauten wie das Haus des Lehrers, das Park Inn Hotel und wohl auch das Haus des Reisens vor der Abrissbirne bewahren will, ist bekannt.
Demnächst wird das Abgeordnetenhaus entscheiden, ob und wie der Masterplan angepasst werden soll. Probleme für sein Projekt erwartet Reschke nicht. Auch nicht dadurch, dass der Turm nun nicht auf dem Einkauzfszentrum "Die Mitte" sitzt, wie im Masterplan gedacht, sondern dahinter: Man geht davon aus, dass die Änderung angenommen wird - Kollhoff habe dem sogar bereits schriftlich zugestimmt.
Bei der Opposition fällt die Reaktion hingegen zurückhaltender aus. "Wenn wir über den Alexanderplatz neu diskutieren wollen, dann kann man nicht mit so einem Wettbewerbssieger eine Vorentscheidung treffen," sagte die Stadtentwicklungsexpertin der Linken Katrin Lompscher dem rbb.
150 Meter hoch, 39 Stockwerke, Eigentumswohnungen und ein Designhotel
Kommt bald das nächste Hochhaus?
Ein Wörtchen mitreden wird Kollhoff also dennoch. Der Respekt gebiete es, den Architekten bei der Anpassung seines Masterplans einzubinden, sagt Reschke. Regula Lüscher fügt hinzu, der streitbare Kollhoff werde sogar die Chance bekommen, als Erster seine Meinung zu sagen, wenn an seiner ursprünglichen Idee etwas geändert wird. "Es geht um eine Anpassung, nicht um eine Ablehnung des Masterplans", so Lüscher.
Schon jetzt deutet sich der nächste Hochhausbau an: Vor dem Einkaufszentrum "Alexa", an der Stelle, die auch Kollhoff für einen Turm gewählt hatte. Man sei bereits "in Gesprächen" mit Interessenten, so Lüscher, doch mehr verrät sie nicht.
Nur eine Sache, die ist laut Lüscher schon jetzt klar: Dass der Turm von Hines einmal neun neue Nachbarhochhäuser haben wird, sei so gut wie ausgeschlossen.
Abstimmung
Die Projekte am Alexanderplatz im Überblick
1) Das "Hines-Hochhaus"
Der Sockel steht schon, nun muss die Krone drauf: Für das erste, ursprünglich von Hans Kollhoff erdachte Alex-Hochhaus könnte schon bald der Spatenstich erfolgen. Die amerikanische Immobilienfirma Hines will hier einen 150 Meter hohen Wohn- und Büroturm errichten.
Ähnliche Pläne gab es bereits 2011, doch das Projekt wurde verschoben - auch aus wirtschaftlichen Gründen. Fertiggestellt wurde bisher nur der Sockelbau "Die Mitte", in dem sich heute ein Elektronikmarkt befindet.
Der nun geplante Turm soll nicht, wie von Kollhoff geplant, direkt aus dem Sockel emporsteigen, sondern etwas versetzt dahinter und damit näher an der Alexanderstraße. Ende Januar 2014 wurde in einem neuen Wettbewerb der Entwurf des Architekten Frank O. Gehry für das Gebäude ausgewählt.
Hines gehört zu den bekanntesten Immobilieninvestoren und -entwicklern der Welt. Die Amerikaner zeichnen unter anderem für den Main Tower in Frankfurt (Main) und das Bank of America Center in Houston (Texas) verantwortlich.
2) Das "Park Inn" Hotel (Blackstone Group)
Ein 150-Meter-Turm steht schon - nur wurde er bereits 1970 fertiggestellt, und laut dem Kollhoff-Plan von 1993 sollte er eigentlich weichen.
Doch die unmittelbare Nachbarschaft des neuen "Hines-Hochhauses" wird sich auf absehbare Zeit wohl nicht verändern. Drei Grundstücke besitzt hier die amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone, auf einem steht das Hotel "Park Inn" (früher Interhotel). Nach Kollhoffs Masterplan sollen hier eigentlich drei Hochhäuser entstehen - doch das dürfte noch dauern.
Aus dem Umfeld von Blackstone war zuletzt von "wirtschaftlichen Schwierigkeiten" zu hören. Auch der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung liegen derzeit keinen konkreten Pläne vor. Blackstone hatte das "Park Inn" 2006 gekauft - und schweigt seitdem zu weiteren Entwicklungsplänen. Das 37 Stockwerke hohe Park Inn mit 1012 Zimmern wurde zuletzt teilweise renoviert.
3) Kaufhaus Alea 101
Und noch ein Shoppingcenter: Mit dem "Alea 101" setzt sich die Serie der neu gebauten Einkaufsmöglichkeiten am Alex fort. Wobei dieses historische Wurzeln hat. 1911 eröffnete an dieser Stelle (damals noch Königstraße) das erste C&A-Kaufhaus Deutschlands. Das Unternehmen ist heute wieder am Alex vertreten, allerdings ein paar Meter weiter nördlich im Berolinahaus auf der anderen Seite der Bahntrasse.
Auf 10.500 Quadratmetern sollen im Alea 101 nun wieder Geschäfte entstehen. Im oberen Teil des Hauses sind allerdings auch moderne Wohnungen zwischen 67 und 190 Quadratmetern geplant.
"Mehr Mitte geht nicht", lautet der Werbespruch dieser exklusiven Immobilie. Mehr Miete allerdings auch (fast) nicht: Die kleinste Wohnung kostet laut Alea-Management kalt 1.045 Euro im Monat, die größte 2.850 Euro im Monat.
4) Haus des Reisens
Für das "Haus des Reisens" liegen derzeit keine Pläne vor. Klar ist: Nach Kollhoffs Planung soll der 17-Geschosser aus den 70er Jahren abgerissen werden. Wann und durch wen? Weiter offen.
Hier saßen zu DDR-Zeiten die Hauptdirektion des "Reisebüro der Deutschen Demokratischen Republik" und die staatliche Airline "Interflug".
5) Die "2. Reihe" am Alex
Der Hinterhof des Alexanderplatzes: Hinter dem "Haus der Elektroindustrie" mit dem großen TLG-Schriftzug bleibt er vielen Blicken verborgen. Auch hier sind eine Reihe von Projekten geplant. Aber es gibt auch Widerstand.
Besonders das bisher als Parkplatz genutzte Eckgrundstück an der Kreuzung Mollstraße/Otto-Braun-Straße ist umstritten. Der Immobilieninvestor IVG will an der Mollstraße ein Wohnhaus mit 45 Einheiten errichten (so auch in der Keibelstraße, siehe Punkt 6), sowie Gewerbeflächen (eventuell für ein Hotel) an der Otto-Braun-Straße. 45 Millionen Euro soll das Ganze kosten und 2015 fertig sein. Die Anwohner des daneben liegenden Wohnhauses sind davon allerdings wenig begeistert. Sie fürchten, dass ihr Block im Schatten des Neubaus verschwinden wird. Zumal wenige Meter weiter südlich bereits das neue Hotel "Alexander Parkside" eröffnet hat.
Das ehemalige Gebäude der DDR-Nachrichtenagentur ADN an der Kreuzung Mollstraße/Karl-Liebknecht-Straße ist mittlerweile saniert und beherbergt die Firmenzentrale des Onlinehändlers Zalando.
6) Neue Büros, Wohnungen und ein Hotel (BEGO Immobilien)
Wo heute ein recht hässliches Parkhaus steht, könnten bald schicke Wohnungen gebaut werden. Seit April 2013 steht fest: In der Keibelstraße will Unternehmer Wilfried Euler mit seiner IVG Immobilien Verwaltungsgesellschaft einen Wohnblock mit etwa 280 Einheiten und rund 5.800 Quadratmeter Gewerbeflächen bauen. Neben den geplanten 11 Obergeschossen sowie 2 Staffelgeschossen stehen den zukünftigen Nutzern etwa 128 Tiefgaragenplätze im Untergeschoss zur Verfügung. Die Entwurfsplanung wird von Eller + Eller Architekten ausgeführt, der Bau selbst von der Firma Strauss und Partner aus Österreich.
Die Wohnungen werden überwiegend als 2 bis 3 Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 40 - 70 Quadratmeter geplant. Die Gesamtkosten liegen nach bisherigen Aussagen bei rund 100 Millionen Euro. Die Nettokaltmiete beginnt bei 9 Euro/Quadratmeter.
Für Sicherheit wäre ebenfalls gesorgt: Das Haus steht direkt neben der Polizeidirektion 3.
7) Die Alexanderstraße
Wer hier zuständig ist, sieht man auf den ersten Blick: Der Schriftzug der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG) prangt groß über dem ehemaligen "Haus der Elektroindustrie". Die TLG besitzt mit Abstand die meisten Grundstücke rund um den Alexanderplatz und hat bereits einige Bauprojekte umgesetzt - die ambitioniertesten davon allerdings nicht.
Das Haus der Elektroindustrie (heute "Alex 6") wollte Hans Kollhoff laut seinem Masterplan eigentlich abreißen. Stattdessen sollten hier zwei Hochhäuser entstehen. Investoren fanden sich dafür bisher allerdings nicht. Die TLG sanierte das Gebäude Ende der 90er Jahre für 60 Millionen Euro. Später erneuerte der Architekt Sergei Tchoban die Fassade und verzierte sie mit Textauszügen aus Alfred Döblins Meiterwerk "Berlin Alexanderplatz".
Umgesetzt hat die TLG zwei kleinere Projekte: das Kino "Cubix" neben dem Fernsehturm und den Neubau eines Hotels auf dem Gelände eines alten Bürogebäudes in der Karl-Liebknecht-Straße, schräg gegenüber vom Verlagshaus der "Berliner Zeitung". Ebenfalls abgeschlossen ist die Sanierung des Bürogebäudes an der Karl-Liebknecht-Straße.
8/9) Rund um das Gebäude der "Berliner Zeitung"
Das Verlagsgebäude der "Berliner Zeitung" wird wohl so bald nicht verändert, dabei ist auch hier ein 150-Meter-Hochhaus geplant. Der Besitzer "Gruner & Jahr" hat jedoch laut Senatsverwaltung bisher kein Interesse an Umbauarbeiten gezeigt.
Direkt daneben steht ein Plattenbau der von der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) verwaltet wird. Das graue Gebäude gilt seit ein paar Jahren als innerstädtischer Problemfall. Die Probleme mit Drogenjunkies waren zuletzt so schlimm, dass ein privater Wachschutz eingestellt werden musste. Die WBM denkt schon seit einer Weile über eine Sanierung des Hauses nach - denn zumindest von der Lage her gehört diese Adresse zu den besten in der Hauptstadt.
10) "Hotel Barcelona" hinter dem Cubix-Kino
Die Entwicklung dieses Projekts lässt sich recht kurz zusammenfassen: Es kommt nicht.
Jedenfalls nicht so, wie ursprünglich geplant. 2008 erhielt der damalige Investor Batalla die Baugenehmigung, das Architektenbüro schneider + schumacher legte einen Entwurf vor: "Hotel Barcelona" sollte der Bau heißen, ein modernes Schmuckstück mit 19 Stockwerken und 478 Zimmern.
Bei der Umsetzung erwies sich jedoch die direkt darunter verlaufende U-Bahn als großes Hindernis. Der Investor sprang ab, laut Senatsverwaltung liegen die Pläne nun auf Eis. Aus dem Architekturbüro schneider + schumacher erfuhr rbb-online, dass das Projekt "tot" sei.
Ursprünglich stand hier das Gesundheitsministerium der DDR. Es wurde 2008 abgerissen.
11) "Alexa"... und mehr?
An der recht eigentümlichen Architektur des "Alexa"-Einkaufszentrums scheiden sich die Geister. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit beschwerte sich offen über die Fassade und Hans Kollhoff bezeichnete das langgestreckte Gebäude neben den S-Bahn-Gleisen gar als "Monstrum".
Wenigstens zwei Personen, mit denen sich die Berliner nicht um den Wohnraum streiten müssen, der unmittelbar hinter dem Alexa entstehen soll.
Direkt hinter dem Einkaufszentrum hat die degewo gleich drei Grundstücke zwischen Voltairestraße und Jannowitzbrücke erschlossen und für die Bebauung vorbereitet. Hier sind mehrere Wohnungs-, Hotel- und Einzelhandelsprojekte vorgesehen - in bis zu drei 65 Meter hohen Gebäuden direkt neben der S-Bahn-Trasse. Nachdem ein erster Investor abgesprungen war, engagiert sich nun eine Hamburger Familie.
Auch am Alexa selbst sind die Bauarbeiten vielleicht noch nicht abgeschlossen. Direkt neben dem Haupteingang ist ein weiteres Hochhaus geplant. Wann und ob es realisiert wird, ist jedoch noch unklar.
Beliebt, Begehrt und tausendfach fotografiert sind seine Gebäude auf der ganzen Welt. Mit ungewöhnlichen Formen und tanzenden Häusern hat der US-Architekt Frank O. Gehry Star-Status erlangt. Von Bilbao bis Berlin - viele Städte schmücken sich mit seinen Ideen.
Die Mitte Berlins ist schwieriges Terrain: Zwischen Alexanderplatz und Museumsinsel mischen sich Baustellen, Freiflächen, Straßenschneisen und vereinzelte Wahrzeichen. Zuständig für die Entwicklung dort ist auch Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Berlins städtebauliche Identität weicht ab von denen anderer europäischer Metropolen, sagt sie im Interview mit Barbara Wiegand.
Das Herz der "City Ost" soll zum "Manhattan Berlins" werden: Der Alexanderplatz wird umgebaut. Star-Architekt Kollhoff entwarf vor 20 Jahren den Plan dafür - doch was wurde eigentlich schon realisiert? Und was nicht? rbb online liefert eine Übersicht.