Ein Pfleger in einem Teilbereich der JVA Plötzensee.

Störsender in Berliner Jugendhaftanstalt - Kein Anschluss hinter Gittern

Ohne Empfang nützt auch ein reingeschmuggeltes Handy nichts: Die Berliner Justiz setzt zur Verhinderung von Mobilempfang in Gefängnissen auf Handyblocker. In Plötzensee hatten die Beamten die Apparate in einem Pilotversuch erstmals eingesetzt - und bei Kontrollen keine Handys mehr gefunden. Nun soll die Technik auch in anderen Strafanstalten installiert werden.

Die seit September 2012 in einem Teil der Jugendstrafanstalt Berlin eingesetzten sogenannten Handyblocker haben sich offenbar bewährt. Nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" wurde dort bei Kontrollen kein einziges Mobiltelefon gefunden, während im vergangenen Jahr in anderen Anstalten bei Durchsuchungen mehr als 1000 Handys konfisziert wurden.

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) prüfe nun, ob die den Mobilfunkempfang verhindernden Störsender auch in anderen Gefängnissen eingesetzt werden sollen. Sie seien auf Dauer preiswerter als die Kontrollen.

Thomas Heilmann (Quelle:dpa)
Justizsenator Thomas Heilmann

Pläne für Handyblocker an allen Strafanstalten

Bereits im Herbst hatte Heilmann angekündigt, die Handyblocker auch im Erwachsenen-Gefängnis einsetzen zu wollen. Das Pilotprojekt in der Jugendstrafanstalt Plötzensee habe sehr gut gewirkt, lautete sein Fazit schon. Vor der Installation der Blocker hatte Plötzensee für Schlagzeilen gesorgt, weil dort zahlreiche Mobiltelefone über die Gefängnismauern geworfen wurden. Allein 2012 waren dort mehr als 200 eingeschmuggelte Handys gefunden worden.

Heilmann kündigte an, die Blocker auch bei Untersuchungshäftlingen in der Justizvollzugsanstalt Moabit einsetzen zu wollen, um die Verdunklungsgefahr bei Strafdelikten zu minimieren. Die Regierungsfraktionen SPD und CDU hatten angekündigt, 3,3 Millionen Euro in den nächsten Doppelhaushalt dafür einstellen zu wollen.

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