
Maßnahmen gegen Unterrichtsausfall - Krankenstand bei Lehrern in Brandenburg steigt
In Brandenburg müssen immer häufiger erkrankte Lehrer vertreten werden. Trotzdem fällt der Unterricht bisher noch seltener aus als in anderen Bundesländern, erklärt Bildungsministerin Martina Münch (SPD). Das Land stellt jetzt dennoch mehr Geld für Vertretungen zur Verfügung - und ergreift Maßnahmen, um die gesundheitliche Situation der Lehrer zu verbessern.
Der Krankenstand unter den Lehrern an Brandenburgs Schulen nimmt zu. Deshalb müssen immer häufiger Vertretungslehrer einspringen. Das geht aus der Antwort von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervor.
In den vergangenen zehn Jahren stieg der Bedarf an Vertretungen von 5,5 Prozent der Unterrichtsstunden im Schuljahr 2002/03 auf 6,9 Prozent. Der häufigste Grund für den Ausfall von Unterricht ist laut Münch die Krankheit von Lehrern.
Dennoch ist der tatsächliche Unterrichtsausfall in Brandenburg nach Angaben der Ministerin aber niedriger als in vielen anderen Bundesländern, es in den meisten Fällen eine Vertretung gebe. Im Schuljahr 2012/13 sei der Vertretungsbedarf zu 79 Prozent gedeckt gewesen.
Genaue Zahlen zu den Erkrankten seien aus Datenschutzgründen nicht zugänglich. Auch gebe es keine Auswertung des Krankenstands in Bezug auf das Alter der Lehrer.
"Tropfen auf den heißen Stein"
Seit diesem Jahr stellt das Land als extra Vertretungsreserve zehn Millionen Euro bereit, um Unterrichtsausfall zu vermeiden und das Personal zu entlasten.
Die Summe hatte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, im vergangenen Herbst allerdings als "Tropfen auf den heißen Stein" bezeichnet. Sie reiche nicht aus, um den Krankenstand bei den Lehrern auszugleichen. Die Grünen im Landtag kritisierten, die Landesregierung reagiere zu spät. Der Grund für den hohen Unterrichtsausfall liege in der Überalterung des Lehrkörpers.

Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Lehrkräftegesundheit"
Das Land will außerdem eine Stelle für "Gesundheitsmanagement bei Lehren" am künftigen Landesschulamt einrichten. Die Maßnahme entspricht einer Empfehlung einer Arbeitsgruppe zurück, die in den vergangenen drei Jahren die Situation im Land analysierte und Lösungsmöglichkeiten erarbeitete. Das Bildungsmi isterium prüft laut Münch derzeit die Umsetzung weiterer Empfehlungen aus der Arbeitsgruppe.
Andere Angebote zur Gesundheitsförderung für Lehrer gibt es in Brandenburg bereits; so beispielsweise für Beschäftigte, die abhängig von Alkohol oder anderen Suchtmitteln sind, oder zur Stressbewältigung.
Ab dem Schuljahr 2014/15 soll die Reduzierung der Stundenzahl von Lehrern an Grund- und Oberschulen nach Angaben der Ministerin dazu beitragen, dass Mitarbeiter nicht vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden. Zudem erhalten Lehrer ab dem 60. Lebensjahr, die bereits 35 Jahre oder länger unterrichten, eine Ermäßigungsstunde.


