
Neue Hochschulverträge bis 2017 - Mehr Geld für Hochschulen ist zu wenig Geld
Berlins Hochschulen und Universitäten brauchen mehr Geld. Das sollen sie laut den neuen Hochschulverträgen auch bekommen. Wissenschaftssenatorin Scheeres sieht in ihnen einen "echten Erfolg für die Wissenschaftsstadt Berlin". Die Universitäten dagegen befürchten, dass das Geld nicht reicht.
Die Berliner Hochschulen und die Charité erhalten mehr Geld. Darauf haben sich das Land Berlin und die Hochschulen bzw. die Charité in den Verträgen für die Jahre 2014 bis 2017 verständigt. Am Freitag unterzeichnete Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) mit Uni-Präsidenten und Charité-Vorstand die neuen Verträge.
Danach erhalten die elf staatlichen Hochschulen bis 2017 jährlich steigende Zuschüsse vom Land. Im Jahr 2017 sollen die Zuweisungen dann 122 Millionen Euro über dem Niveau von 2013 liegen. Das entspricht dann einer Steigerung von 11,5 Prozent. Die Charité erhält im Jahr 2017 12,7 Millionen Euro mehr als im abgelaufenen Jahr, was einen Zuwachs von 6,5 Prozent bedeutet. Summa Summarum erhalten alle Hochschulen damit zwischen 2014 und 2017 rund 4,5 Milliarden Euro vom Land, die Charité 767 Millionen Euro.

TU hält Zuschüsse für das unterste Minimum
Während Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres die Verträge als "echten Erfolg" bezeichnete, sind die ersten Reaktionen aus den Universitäten weniger überschwänglich. Jörg Steinbach, der scheidende Präsident der TU Berlin erklärte: "Die Steigerungen bewegen sich an der absolut untersten Grenze unseres tatsächlichen Bedarfs. Unsere Ausgaben werden steigen, dies betrifft beispielsweise die Personal- und Energiekosten. Mit dem uns nun zugewiesenen Budget können wir die zu erwartenden Kostensteigerungen nicht decken." Trotzdem lobte Steinbach die gute Zusammenarbeit mit Wissenschaftssenatorin Scheeres.
Mit den neuen Hochschulverträgen wurden neben der Festlegung der Zuschüsse wichtige inhaltliche Vereinbarungen getroffen. So werden in Berlin - anders als in anderen Bundesländern - die Studienanfängerplätze auch in den nächsten Jahren auf hohem Niveau gehalten. Berlin bietet schon jetzt mit 6.000 Studienanfängerplätzen mehr an als 2008. "Damit werden wir den Anforderungen der wachsenden Stadt gerecht und bieten auch den Berliner Landeskindern bessere Chancen auf einen Studienplatz in ihrer Stadt. Zugleich wirken wir dem Fachkräftemangel entgegen", so Scheeres.
