
Nach Ausschreibung für 351 Berliner Schulen - Neue Schulessen-Anbieter stehen fest
Das Essen an Berliner Schulen soll besser werden - deshalb wurden die Aufträge neu ausgeschrieben. Jurys aus Schülern, Eltern und Lehrern verkosteten ausgiebig die Speisen von Catering-Anbietern. Nun haben fast alle der rund 350 betroffenen Schulen ihre Auswahl getroffen.
Die Auswahl der Anbieter für das verbesserte Essen an Berliner Schulen ist weitgehend abgeschlossen. Wie die Senatsbildungsverwaltung am Montag mitteilte, haben sich inzwischen fast alle der 351 betroffenen Schulen für einen Caterer entschieden.
Lediglich für neun Schulen sei noch kein Anbieter gefunden worden, es handele sich dabei meist um Schulen am Stadtrand oder sehr kleine Schulen, teilte die Bildungsverwaltung mit. Ab Februar soll es das neue Schulessen geben.
Die Aufträge für die Essensversorgung waren wegen schlechter Qualität neu ausgeschrieben worden. Als Grundlage dienen neue Qualitätskriterien, die der Senat zusammen mit den Bezirken und der AG Schulessen des Landeselternausschusses entwickelt hat. Künftig soll demnach nicht mehr der Preis, sondern die Qualität bei der Auswahl eines Zulieferers entscheidend sein.
Ab Mitte Oktober vergangenen Jahres testeten die Berliner Schulen selbst das Angebot der Zulieferer. Jurys aus Schülern, Eltern und Lehrern sollten Geschmack, Geruch, Aussehen und Mundgefühl oder auch Warmhaltezeit des Essens bewerten.
Neun Millionen Euro mehr für Schulessen
Die Caterer müssen künftig ihre Gerichte eindeutig kennzeichnen, damit alle Bestandteile erkennbar sind. Bolognese-Sauce beispielsweise muss deshalb Tomaten-Hackfleisch-Soße heißen.
Außerdem soll der Bio-Anteil bei den Essen mindestens 16 Prozent betragen. Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Süßstoffe und Formfleisch sind künftig verboten.
Der Berliner Senat will, dass jedes Kind täglich mindestens 110 Gramm Frischobst und 75 Gramm Gemüse isst.
Dafür will der Senat mehr Geld ausgeben: Der Etat für das Schulessen soll um neun Millionen Euro auf 19,5 Millionen Euro erhöht werden. Die Essenskosten sollen künftig 37 Euro pro Kind und Monat betragen, für sozial schwache Familien einen Euro pro Tag.
Hintergrund für die neue Ausschreibung waren Diskussionen um die Qualität der Schulessen nach den massenhaften Noro-Virus-Erkrankungen im Sommer 2012. Der Groß-Caterer Sodexo verwendete damals Erdbeeren aus China, die mit dem Noro-Virus belastet waren.


