
Sechs Jahre Schutz für mehrere Kleingärten - Acht Berliner Kleingartenanlagen müssen Baggern weichen
Berlin braucht dringend Bauland für neue Wohnungen, aber auch Gewerbeflächen, und hat schon vor Monaten 19 Kleingartenanlagen vorsorglich auf die Streichliste gesetzt. Nun ist klar: 11 dieser Anlagen sind vorerst gesichert. Alle anderen aber sollen eingeebnet werden - früher oder später.
Sieben Berliner Kleingartenanlagen sind vom Senat zur Schließung freigegeben worden.
Die so genannten Schutzfristen für diese Kolonien wurden am Dienstag nicht weiter verlängert. Die Anlagen sollen eingeebnet werden und Platz schaffen für Bauland. Für die Kolonie "Bleibtreu II" in Charlottenburg wurde der Schutzstatus lediglich bis 2017 verlängert, da sie 2018 einem Bau der Feuerwehr weichen soll. Der Beschluss bedeutet in Kürze: Den Kleingärtnern wird für genau diese Frist garantiert, dass ihr Garten bleibt.
Elf weiteren Anlagen, die ebenfalls von der Rodung bedroht waren, wurde dagegen bis 2020 Bestandsschutz garantiert.
Der Senat stimmte damit am Dienstag der Vorlage von Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Michael Müller zu. Das Haus schreibt den 2004 beschlossenen Kleingartenentwicklungsplan fort. Er soll Kleingärtnern Planungssicherheit geben. Rund 600 der insgesamt 900 Berliner Anlagen haben einen dauerhaften Schutz. Insgesamt rund 160 weitere Anlagen haben nun einen befristeten Schutz.
Aus den Gärten werden Schulanbauten, Gewerbeflächen, Wohnungen
In Charlottenburg-Wilmersdorf müssen damit nun die Gärtner aus der Kleingartenanlage "Kalowswerder" ausziehen, im Bezirk Treptow-Köpenick aus der Anlage "Ehrliche Arbeit" und "Reichsbahn Eintracht" sowie im Bezirk Neukölln aus "Einigkeit", "Pappelheim", "Rübezahl" und "Zur Elf".
Die Begründungen für den Abbruch der Siedlungen: In Neukölln sollen die Anlagen zu Gewerbeflächen werden, "Kalowswerder" soll zu einem gut erschlossenen Wohnungsbau- bzw. Dienstleistungsstandort am S-Bahnhof Jungfernheide werden, "Reichsbahn Eintracht" soll dem Weiterbau der BAB A 100 weichen und auf das Gelände von "Ehrliche Arbeit" wird für die Erweiterung der Anna-Seghers-Schule gebraucht.
Nach Angaben der Landesregierung sind in Berlin ca. 73.400 Kleingärten in 925 Kleingartensiedlungen. Die Anlagen haben eine Fläche von 3.020 Hektar. Das sind etwa 3,4 Prozent der Fläche Berlins. Drei Viertel gehören dem Land.
