Ein Mädchen nimmt sich in der Kita Treue in Berlin Reinickendorf für ihr Mittagessen selbst Kartoffeln aus einer Schüssel und legt sie auf ihren Teller (Quelle: dpa)

Kritiker fordern mehr Personal - Glanz und Elend der Kita-Plätze

Ein Investitionsprogramm des Bundes bringt Brandenburg bis Ende des Jahres fast 6.000 neue Kitaplätze. Zusätzlich sollen rund 15.200 Plätze qualitativ verbessert werden. Das geht aus einer Antwort von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Soweit so gut: Doch Kritiker wie die Liga der Freien Wohlfahrtspflege bemängeln die Qualität der Betreuung.

Tausende neue Kitaplätze sind in Brandenburg in den vergangenen fünf Jahren entstanden - bis Ende des Jahres sollen es 6000 sein. Das geht aus einer Antwort von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervor.

Im Jahr 2008 hatte der Bund ein Programm zum Ausbau der Kinderbetreuung gestartet. Denn seit dem 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder, wenn sie mindestens ein Jahr alt sind.

Bislang entstanden rund 4.800 neue Plätze in Brandenburg. 56 Millionen Euro steuerte dazu der Bund bei, 29 Millionen Euro kamen von Gemeinden, Trägern und privaten Investoren.

Geld floß auch in bereits bestehende Plätze

Zudem wurde die Qualität von rund 14.700 Plätzen verbessert. Dort wurde zum Beispiel die Sprachförderung ausgebaut. Das Bundesprogramm wurde 2013 zudem noch einmal aufgestockt. An Brandenburg gingen rund 16,5 Millionen Euro für weitere 1.200 neue und 481 verbesserte Plätze.

Probleme, den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zu erfüllen, habe Brandenburg nicht, sagte Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Traditionell hätten die meisten Eltern im Land - im Gegensatz zu westlichen Bundesländern - auch vorher einen Anspruch auf die Betreuung gehabt.

Im Dezember hatte Münch berichtet, dass knapp 84 Prozent aller zweijährigen Kinder und fast 70 Prozent der Einjährigen eine Kindertagesbetreuung besuchen. Der Ministerin zufolge sind das bundesweite Spitzenwerte.

Kritiker bemängeln die Qualität

Kritiker bemängeln jedoch die Qualität der Betreuung und fordern mehr Personal. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege sieht die Qualität der Betreuung nicht gesichert. "Der derzeitige Betreuungsschlüssel in den Kitas reicht hierfür bei weitem nicht aus", heißt es auf den Seiten der Kampagne. Bei den Drei- bis Sechsjährigen kommen laut Gesetz beispielsweise zwölf Kinder auf eine Erzieherin.

Die Kritiker bemängeln, dass die Vorgabe wegen Weiterbildung, Urlaub, Vor- und Nachbereitungen nicht immer erreicht wird. Die Qualität der Kindertagesbetreuung sei vielerorts nur mittelmäßig.

Breiding betonte, dass es Sache der Kita-Träger sei, für die Einhaltung des Personalschlüssels zu sorgen. Die finanziellen Mittel sichere das Land zu. Der Ansatz, mehr Personal zu verlangen, sei
dennoch nachvollziehbar, aber im Moment nicht finanzierbar.

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