Schüler in Berlin (Quelle: dpa)

Neues Senatsprogramm - Auch Treptow-Köpenick bekommt eine Integrationslotsin

Sie leben im Kiez und stehen Migranten mit Rat und Tat zur Seite: Die so genannten Integrationslotsen und Stadtteilmütter. In den beiden kommenden Jahren stellt der Berliner Senat erstmals 4,4 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Rund 70 Lotsen gibt es schon - mit Simran Sodhi nimmt seit Januar auch Treptow-Köpenick an dem Programm teil.

Integration funktioniert durch Bildung. Deshalb ist es wichtig, die Erziehungsfähigkeit der Eltern mit nichtdeutschem Hintergrund zu verbessern.

Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD)

In Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg oder Mitte gibt es sie schon länger: Integrationslotsen und Stadtteilmütter, die seit vielen Jahren zugewanderte Familien in ihrem Alltag unterstützen und den Migranten dabei helfen, sich im Alltag zurechtzufinden. Sie helfen, Sprachbarrieren abzubauen und den Zugang zu Bildung und Ressourcen zu erleichtern. Seit Jahresbeginn werden die Lotsen nun erstmals auch im Rahmen einer "Regelfinanzierung" öffentlich gefördert. Dafür stellt die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen in den beiden kommenden Jahren insgesamt 4,4 Mio. Euro zur Verfügung.

Berlins neue Integrationsbeauftragte Monika Lüke (Quelle: dpa)
Monika Lüke, Integrationsbeauftragte des Landes Berlin

Hilfe bei Ämtergängen und Arztbesuchen

Im Rahmen des neuen Programms hat nun auch Treptow-Köpenick eine Integrationslotsin. Seit Januar betreut Simran Sodhi Migranten und Flüchtlinge bei Ämtergängen, Arztbesuchen und Wohnungssuche. Das Projekt sei ein weiterer Baustein beim Aufbau von Integrationsangeboten und der Etablierung einer "Willkommenskultur", hieß es am Donnerstag beim "Zentrum für Demkratie", das die Koordination übernimmt. Angebunden ist die Stelle im FamilienBegegnungsZentrum Altglienicke (FBZ), wo auch Sprechstunden angeboten werden.

Monika Lüke, die Integrationsbeauftragte des Landes, glaubt, dass die neue Förderung dabei hilft, allen Zuwanderern "die gleichen Chancen und Leistungen zukommen zu lassen." Und Yves Müller, Mitarbeiter im "Zentrum für Demokratie" ergänzt: "Im Bereich der Integration hat Treptow-Köpenick noch einigen Nachholbedarf. Die neu geschaffene Stelle der Integrationslotsin ist ein Schritt in die richtige Richtung."

"Erfolgsgeschichte für Berlin"

Das neue Rahmenprogramm soll der Integrationsarbeit einen gesicherten finanziellen Rahmen geben. Nachdem die Integrationslotsinnen und -lotsen bisher nur über Arbeitsmarktinstrumente finanziert wurden, werden nun erstmals reguläre Beschäftigungsverhältnisse geschlossen. Die Lotsinnen und Lotsen werden dabei nach Tarif bezahlt. Darüber hinaus werden fachliche Begleitung und Qualifizierungsmaßnahmen finanziert.

Aus Sicht der Senatsverwaltung zeichnet sich das neue Programm dadurch aus, dass es Integration durch mehr Bildung unterstützt. So sei es wichtig, die Erziehungsfähigkeit der Eltern mit nichtdeutschem Hintergrund zu verbessern, sagt Dilek Kolat (SPD), die als Senatorin unter anderem auch für das Thema Integration verantwortlich ist: "Stadtteilmütter, Integrationslotsinnen und Integrationslotsen haben hierzu schon bisher einen wichtigen Beitrag geleistet und sind deshalb eine Erfolgsgeschichte für Berlin."