Schüler beim Mittagessen (Quelle: dpa)
Abendschau | 10.02.2014 | Jade-Yasmin Taenzler

Neue Qualitätsvorgaben seit Montag in Kraft - Neustart für das Berliner Schulessen

Mehr Gemüse, mehr Obst, mehr Bio – in Berlins Grundschul-Kantinen soll es seit Montag gesünder zugehen. Nach jahrelangem Streit gelten jetzt neue Qualitätskriterien, und viele der 351 Grundschulen haben den Caterer gewechselt. Doch mehr Qualität hat auch ihren Preis.

Berliner Grundschüler bekommen seit Montag ein anderes - und hoffentlich besseres - Mittagessen: Die neuen Qualitätsvorgaben der Senatsbildungsverwaltung sind in Kraft. Viele der  351 Grundschulen, für die die Verträge neu ausgeschrieben worden waren, arbeiten jetzt mit einem anderen Essensanbieter.

Frisches Obst und Gemüse statt Kunstessen

Nach den neuen Vorgaben müssen die Caterer jedem Kind jetzt mindestens 110 Gramm Frischobst und 75 Gramm Gemüse anbieten. Außerdem muss der Bio-Anteil bei den Essen mindestens 16 Prozent betragen. Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Süßstoffe und Formfleisch sind verboten. Auch müssen die Gerichte jetzt eindeutig gekennzeichnet und alle Bestandteile erkennbar sein. Bolognese-Sauce beispielsweise muss deshalb Tomaten-Hackfleisch-Soße heißen.

Die Qualitätskriterien hat der Berliner Senat in Zusammenarbeit mit den Bezirken und der AG Schulessen des Landeselternausschusses entwickelt. Jurys aus Schülern, Eltern und Lehrern hatten das Angebot dann selbst gestestet und Geschmack, Geruch, Aussehen und Mundgefühl sowie die Warmhaltezeit bewertet.

Eltern und Landeskasse zahlen mehr

Für das verbesserte Angebot müssen Eltern und das Land Berlin allerdings auch tiefer in die Tasche greifen. Der Etat für das Schulessen wird um neun Millionen auf 19,5 Millionen Euro aufgestockt. Die Eltern zahlen jetzt 37 Euro pro Kind und Monat statt zuvor 23 Euro. Für sozial Schwache gilt der 1-Euro-pro-Mahlzeit-Tarif.

Grund für die Neuausschreibung waren Klagen über die schlechte Qualität. Im Sommer 2012 hatten zudem verdorbene Erdbeeren aus China zu massenhaften Durchfallerkrankungen in Ostdeutschland, darunter Berlin und Brandenburg, geführt.

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